Kulinarisches: Der Gigolo isst Zophobas

Mai 12, 2010

„Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“ Arbeiter oder Bauer hin oder her – dies ist nicht das Motto des Gigolo. Ganz im Gegenteil. Seit wir gemeinsam durch die Weltgeschichte gondeln, durfte ich mehrfach Zeugin der Anklage werden: Der Mann kostet ja alles, ohne Rücksicht auf Verluste.

So erinnere ich mich mit Schauer auf dem Rücken an eine gewisse Begebenheit mit lebendigen Termiten, die dem Schlund des Gigolos nur knapp entkommen sind…

Ja, und dann neulich. Wir so beim Mexikaner. Hm, was gibt es denn da interessantes auf der Speisekarte? Eisbein in Aspik? Wohl kaum. Statt dessen Mehlwürmer mit Krokant in Kokos geschwenkt. Der Gigolo kam ins Grübeln. Sollte man das als Nachspeise bestellen? Was kostet die Welt – na klar!

Als dann der Kellner mit einem ganzen Teller voller toter Würmer kam (hübsch mit Früchten und Vanilleeis drapiert), machte sich zunächst Neugier, dann aber immer mehr eine gewisse Anstrengung auf dem Gigolo-Antlitz breit. Seine Haut wurde eine Idee roter, und es war unschwer zu erkennen, dass er sich fragte, wie um alles in der Welt er diesen Teller bloß leeressen sollte. Wie kommt man aus einer solchen Nummer wieder raus? Ein Hauch Panik huschte vorbei.

Dann der erste Bissen. Offenbar geschmacklich eher neutral. Dennoch optisch keine Besserung beim Gigolo. Der Grund dafür: Sobald man mit dem Besteck in den Haufen Mehlwürmer eintaucht, bewegt sich der halbe Teller – als wären die Würmer lebendig. Das war dann selbst für den wackeren Gigolo zu viel.

Die Qualität dieses Bildes ist bewusst schlecht gewählt, um den Leser nicht zu verschrecken.

Das Ende vom Lied: Der Gigolo hat zwei Bissen Würmer, lecker Obst und Vanilleeis gegessen und den Rest übrig gelassen. Diese Überflussgesellschaft ist doch echt anstrengend…

Ich freue mich auf den Kommentar des Gigolo.

Die Scheil, die übrigens eine schnöde Pizza gegessen hat

Scheiloranch proudly presents…

Dezember 21, 2009

…EMMA!

Should we all be freaking out? (Hochzeitsreise II)

November 30, 2009

Ein Thema, das uns permanent auf der Hochzeitsreise begleitet hat, war the swine flu, H1N1 oder schlicht die Schweinegrippe. Kurz vor unserer Abreise Ende April tauchten erste Meldungen über Fälle in Mexiko auf („Fahrt da bloß nicht hin!“).

In den USA angekommen, konnte man der Berichterstattung dazu beim besten Willen nicht aus dem Weg gehen. Sämtliche Fernsehsender waren voll von annähernd ganztägigen mehr oder meist weniger gehaltvollen Diskussionen und Reportagen zur „Swine Flu“. Außer der außerehelichen Beziehung vom ehemaligen Präsidentschafts-Vorkandidaten Edwards und der Frage, ob er wohl ein Kegel gezeugt haben mag, gab es keinerlei andere Themen.

Jedenfalls: Anfangs war man offenbar sehr froh, dass es lediglich einen einzigen Fall in Texas gab, und der betroffene Junge war ja auch schließlich Mexikaner… Danach freute man sich, dass zumindest Florida grippefrei war, um schließlich dazu überzugehen, die nicht befallenen Counties zu feiern.

Zusätzlich gab es reichlich merkwürdig und irritierend anmutende Momentaufnahmen von Amerikanern: Da war beispielsweise ein Herr, der nun angab, bestimmte Dinge (habe ich nicht genau verstanden) mit seinem Arsch nicht mehr machen zu wollen. Außerdem Rentnerinnen, die sich strahlend vor laufenden Kameras die Hände wuschen. Und die arme College-Studentin, die so gerne zum Spring Break wollte, aber nun zuhause in Quarantäne war und während des Interviews aus Angst vor Stigmatisierung nur ihre rose Hausschuhe filmen ließ. Fragt man sich doch, was da schlimmer ist: die Schweinegrippe oder die Hausschuhe…

Dann kam es zur Umbenennung der swine flu in H1N1, da man einen Einbruch bei den Fleischkäufen fürchtete. Am nächsten Tag hieß die Krankheit dann im Fernsehen „H1N1, formerly known as swine flu“, und einen weiteren Tag später war man wieder zur swine flu zurückgekehrt.

Vize Joe Biden machte sich besondere Freunde, als er äußerte, man solle als noch Gesunder nicht einfach sein Leben weiterleben und Vorsicht walten lassen, sondern auf jeden Fall zuhause bleiben und niemanden treffen!  Und: Finger weg von öffentlichen Verkehrsmitteln! Wenn beispielsweise ein Infizierter in einem Flugzeug niese, dann würde sich das über die komplette Kabine verteilen, und jeder könne krank werden. Dafür gab es prompt Schelte von Air France, die erst einmal auseinandersetzten, wie die Luft in einer Flugkabine tatsächlich zirkuliere, und Joe Biden wurde daraufhin ordentlich im Fernsehen verspottet.

Angesichts dieser Berichterstattung kann man die ebenfalls vom Fernsehen aufgeworfene Frage „Should we all be freaking out?“ überhaupt nicht beantworten. Wir jedenfalls haben es nicht mit Joe Biden gehalten und haben uns einfach ein wenig vorgesehen, aber auf nichts verzichtet – abgesehen von einem Ausflug nach Mexiko, worauf später noch zurückzukommen sein wird.

Fortsetzung folgt.

Scheilo

Kinotipp: „2012“

November 25, 2009

Man hat ja im Laufe der letzten Jahre schon so einige Weltuntergangsfilme gesehen, aber „2012“ übertrifft alles, was ich mir bisher reingetan habe. Ein Festival der Spezialeffekte! Da kracht echt alles zusammen, und das in einer nie dagewesenen Anmut.

Die Geschichte ist schnell erzählt da eigentlich die gleiche wie in den anderen Filmen auch: Hauptdarsteller macht sich mit erweiterter Familie auf den Weg, um dem drohenden Unheil zu entrinnen. Unterwegs stoßen noch ein paar andere Figuren dazu, und nicht jeder wird die Reise überleben.

Zunächst bricht nur der Straßenbelag auf; sowas hatte man schon mal bei „Krieg der Welten“ oder „Godzilla“. Dann explodiert der Yellowstone, das hat was von einem Meteoritenschauer. Aber dann kippt die Erdoberfläche in Schollen um, und alles drauf rutscht in den Ozean. Letzterer bäumt sich auf und überschwemmt große Teile der Erde. Wolkenkratzer kippen um, Leute purzeln heraus, und Hauptfigur „Jackson Curtis“ (nicht zu verwechseln mit Curtis Jackson 🙂 ) muss all diesen Unwägbarkeiten auf spektakuläre Art entgehen. Schließlich muss sogar der Gipfel des Mount Everest umschifft werden.

Am Ende des Filmes wird aber eines klar: Die Zukunft der Menschheit liegt in…… Afrika!

Fazit: Daumen hoch!

Die Scheil

Lindenstraße: Ex-Knacki Steffi

November 13, 2009

Da geht einem doch geradezu das Herz auf! Wie sehr nerven Hans Beimer und seine „Schöne“ Anna Jenner-Ziegler-Beimer seit Jahren den Zuschauer mit den tolerantesten aller Weltanschauungen, mit der größten aller Zivilcouragen und mit den tadellosesten aller Charakterzüge. Gut, das ist ein bißchen einseitig. Immerhin hat Hans für Anna Taube und Küken verlassen und damit Fernsehdeutschland geschockt. Und dass Anna nun wegen Totschlags einsitzt, kommt  ja auch nicht von ungefähr. Dennoch sind Hans und Anna  in der Fangemeide geradezu verschrien als Gutmenschen.

Und nun fällt ihnen ihr Gehabe doch tatsächlich in Gestalt ihrer Tochter Sarah auf die Füße. Die macht ihren Eltern alle Ehre (ein Traum von einer Jurastudentin!) und engagiert sich in der Resozialisierung einer Doppelmörderin.

Und das kam so: Anna hat einmal monatlich Freigang aus dem Knast und hat nichts besseres zu tun, als erstmal eine gerade entlassene Freundin mit zur Familie zu bringen. Das Verhältnis der Frauen ist reichlich undurchsichtig, und dass Freundin Steffi zwei Menschen auf dem Gewissen hat, verheimlicht Anna ihrer Familie auch zunächst. Dieses Verantwortungsbewusstsein bringt einen ja fast um den Verstand…

Jedenfalls hat Steffi weder Unterkunft noch Plan, und so stellt Tochter Sarah die Forderung auf, Steffi solle doch einfach für einige Zeit bei der Familie unterkommen. Annas Frage „Für immer?“ mutet da reichlich merkwürdig an, aber irgendwie scheint Steffi was bei ihr gut zu haben. Hans ist aber von der Idee nicht begeistert, sodass Stieftochter Sarah ihn daran erinnern muss, dass man ja auch schon eine Illegale versteckt und ein Straßenmädchen aufgenommen habe. Tja, irgendwann bekommt man die Quittung für die vermeintlich guten Taten…

Und so kommt es, dass Steffi nun nach 12 Jahren Knast (übrigens ein nicht uninteressantes Strafmaß für einen Doppelmord durch eine Heranwachsende) bei Ziegler-Beimers einzieht.

Der Zuschauer sieht bereits Ärger aufziehen. Mir würde das gefallen, wenn das ewig politisch korrekte Gehabe einiger Charaktere ausnahmsweise mal nach hinten losgehen würde.

Die Scheil

Einreise in die USA (Hochzeitsreise Teil I)

November 13, 2009

„I’ve got two tickets to paradise, tralalala…“

Los geht’s in unsere Flitterwochen!

Ende April haben der Gigolo und ich uns auf den Weg über den Atlantik gemacht. Super Flug mit Air France, denn: Die haben Schlafmasken! Selten soviel im Flugzeug geratzt!

Wer schon mal in den USA war, erinnert sich vielleicht an die grünen Zettel, die man vor der Einreise auszufüllen hat. Neuerdings gibt es die Verpflichtung, seine Einreise über das ESTA-Portal online anzumelden und vorab checken zu lassen. So, das hatten wir auch schön brav gemacht, und laut ADAC sollte dann der grüne Zettel auch überflüssig werden. Folglich hatten wir einen solchen auch gar nicht im Gepäck, als wir in Miami das Flugzeug verließen.

Von unserem letzten USA-Urlaub wusste ich noch, dass man am Einreiseschalter Zeit mitbringen muss. Der Gigolo stellte sich also in einer Schlange an, während ich mich direkt in die nächste Sitzgruppe begab – in sicherer Entfernung zu den Flugzeugbesatzungen aus Mittelamerika, die teilweise mit Mundschutz ausgerüstet ebenfalls dort herumlungerten (Achtung: Swine flu!). Der Gigolo jedenfalls hielt wacker die Stellung, eine ganze Stunde lang. Dann waren wir endlich dran – so dachten wir naiven Europäer jedenfalls. Es gibt ja so Momente, die man kaum fassen kann. Der Gigolo wähnte sich an ein Ereignis in seiner Kindheit erinnert (ich glaube, da ging es irgendwie um Bananen), als just in dem Moment, da wir an der Reihe waren, unser Schalter geschlossen wurde. Begeisterung auf unserer Seite…

Der Gigolo nix wie an einen anderen Schalter, dort wieder eine Schlange. Nach weiteren 20 Minuten waren wir dann tatsächlich dran – und wurden wegen des fehlenden grünen Zettels gerüffelt. Ja, das sei so geplant, dass man den nicht mehr bräuchte, aber soweit sei man noch nicht, also bitte an den Schalter mit den Formularen gehen und dort ein grünes ausfüllen. Tolle Wurst.

An besagtem Schalter stand zum Glück keiner an (es war mittlerweile auch kaum noch jemand in der Einreisehalle). Wir brachten unser Anliegen vor. Die Dame am Schalter: „Welche Sprache hätten Sie denn gerne?“ „Ja, wenn’s geht Deutsch; Englisch oder Französisch wären auch okay.“ „Oh, das tut mir leid, ich habe nur noch spanische Formulare.“ Was für ein Pech, wenn man so überhaupt kein Spanisch spricht. Naja. Die Dame hatte dann noch ein weißes Formular in englischer Sprache, bei dem die Fragen offenbar die gleichen wären wie bei dem grünen. Wir sollten also einfach das weiße Formular lesen und die Antworten in die entsprechenden Felder des spanischen grünen eintragen. Na gut, was tut man nicht alles, um ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu kommen. Und während wir so am Ausfüllen waren, war am Schalter Schichtwechsel. Eine neue Dame betrat die Bühne und fragte, was wir denn da machen würden. Wir erklärten unser Problem, während wir eifrig weiter das spanische Formular ausfüllten. Dame: „Nehmen Sie doch ein deutsches Formular, ich habe hier welche.“

Tief durchatmen. 21 – 22 – 23.

Wir haben dann natürlich das grüne deutsche Formular benutzt und uns schnell wieder an den einzig noch offenen Einreiseschalter angestellt. Außer uns und dem Einreisebeamten war zu diesem Zeitpunkt kein Mensch mehr da. Er fragte auch, ob wir das grüne Formular nicht gehabt hätten, das würde ständig passieren, weil man den Leuten widersprüchliche Informationen geben würde usw. Er war dann recht nett und gab uns noch ein paar Tipps für Key West, und dann waren wir endlich drin, nach 1 3/4 Stunden.

Unsere Koffer standen bereits verwaist neben dem Gepäckband, da mussten wir zumindest nicht mehr warten.

Eine kleine Ergänzung noch: Am selben Tage reiste Freund A.T. in Newark in die USA ein, lediglich mit seiner ESTA-Registrierung…

Fortsetzung folgt.

Scheilo

Prost Jenson!

Oktober 19, 2009

Für alle, die es nicht mitbekommen haben: Jenson Button ist ein Rennen vor Schluss uneinholbar Formel 1-Champion 2009 geworden, und zwar sowohl als Fahrer als auch in der Teamwertung.

Na, darauf stoße ich doch glatt mit einem großen Glas Brause an!

Ich weiß nicht genau, seit wie vielen Jahren ich Formel 1 schaue. Aber von Beginn an habe ich immer den Underdogs die Daumen gehalten. Die Schumis und Mikas dieser Welt brauchen mich nicht, die hatten immer genug Fans. Aber die armen jungen Männer aus der dritten Reihe? Für die ist doch sonst keiner.

Im Jahr 2002 habe ich dann meine Sympathie für den erfolglosen Jenson Button entdeckt, hauptsächlich wegen des spektakulären Namens: Jenson Button, das klingt doch wie Jim Knopf. Und Jim Knopf find ich ja auch gut! Seitdem ist Jenson Button mein erklärter Favorit, mit dem man einiges auszustehen hatte. Es gab Jahre, da ist er praktisch permanent ausgefallen. Teilweise habe ich den Fernseher schon in den ersten 15 Minuten der Rennübertragung wieder ausgemacht, weil „JB“ die Straße ausgegangen war. Das Jahr 2004 allerdings hat mir mächtigen Auftrieb gegeben: Dritter in der Fahrerwertung, nur die Ferrari waren besser. Dann folgten aber vier maue Jahre.

Dann zu Beginn dieser Saison die Sensation: Buttons Honda-Team wurde an Ross Brawn, das alte Ferrari-Superhirn, für ein Pfund verkauft, und Jenson hielt dem Laden unter großen finanziellen Einbußen die Stange – und gewann mit dem neuen Team Rennen um Rennen. Da ging einem richtig das Fanherz auf! Die zweite Hälfte der Saison lief dann wieder nicht so gut, aber der Vorsprung war für alle Verfolger zu groß.

Am gestrigen Sonntag dann ging es für Jenson um alles, und das merkte man auch: Optisch um Jahre gealtert fuhr er ein dermaßen rasantes Rennen, als gäbe es kein Morgen mehr. Aus heutiger Sicht hätte es sogar ausgereicht, er wäre gar nicht gestartet. Seine Verfolger schnitten zu schlecht ab, um ihm den Titel noch streitig machen zu können.

Ein bisschen leid tut es einem dann schon für Rubens Barrichello, den ewigen Mann hinter dem Gewinner. Jetzt gilt es, ihm die Daumen für das letzte Rennen in zwei Wochen zu drücken, damit er zumindest noch Vize-Weltmeister werden kann, was laut Niki Lauda aber für einen Fahrer völlig egal ist: Alles oder nichts!

Die Dauerschwätzer von RLT hätten es ja so gerne gesehen, wenn Sebastian Vettel das Ruder in Räikkönen-Manier noch hätte herumreißen können – endlich mal wieder ein Deutscher, der irgendwie Quote bringen kann. Auch ihm war aber der Druck der auslaufenden Saison deutlich anzusehen: Nach dem verregneten Qualifying sah er fast so mitgenommen und verquollen aus wie nach dem Rennen, als alle Titelträume zerplatzt waren. Aber der Mann hat ja noch Zeit, der kann später noch Weltmeister werden. Ob Jenson Button jemals wieder eine so erfolgreiche Saison haben wird? Ich bezweifle es.

Und was wird jetzt aus Jenson und mir? Er ist Weltmeister, ich Fan der Underdogs. Kann das zusammenpassen? Werde ich ihm weiterhin die Daumen halten? Ich fürchte fast, ein Abschnitt in meinem Fanleben ist gestern zuende gegangen.

Auf zu neuen Ufern?

Fragt sich

die Scheil

Presseschau: Neulich in der Nordwestzeitung

Oktober 8, 2009

„Lärm viel lauter als die Bahn zugibt“ titelte die NWZ am 01.10.2009.

Das Thema Bahnlärm ist hier in der Gegend hochbrisant, denn es gibt hier Leute, bei denen Bahnstrecken fast durchs Wohnzimmer führen, womit man leben kann, wenn kaum ein Zug fährt, aber die Zeiten ändern sich. Der Verkehr nimmt zu und damit natürlich auch der Lärm. Und ein ICE auf dem Flur ist nicht jedermanns Geschmack.

Die NWZ dachte sich wohl, höchste Zeit, sich dieses Themas mal angemessen zu nähern, und hat fast eine komplette Seite mit einem Bericht nebst Kommentar damit gefüllt. Und – höchst investigativ – man hat sich ein Dezibelometer ausgeliehen und mal an den Häusern gemessen, wie laut ein Güterzug ist. Die Messung der NWZ ergab einen um etwa 30% höheren Wert als den, den die Bahn mittels eines Computerprogramms errechnet hatte. Was war da denn los?

Nun, wir werden es wohl nie zuverlässig erfahren, denn: Die NWZ gesteht im Artikel: „Das verwendete Gerät ist zwar nicht geeicht.“ Und damit hätte man sich Lektüre und bereits Druck dieses bahnbrechenden (Achtung, Wortspiel!) Artikels getrost schenken können.

Mit völligem Unverständnis

die Scheil

Free Polanski – wieso nochmal?

Oktober 8, 2009

Also, fest steht ja wohl, dass Roman Polanski vor etwa 32 Jahren angeklagt war, eine damals 13jährige nach US-amerikanischer Definition vergewaltigt zu haben. Dann kam es offenbar im Verfahren zu einem Deal: Polanski bekommt ein paar Monate in einer medizinischen Einrichtigung, und fertig ist die Laube. Pan Polanski aber traute dem Frieden nicht und türmte noch während des Verfahrens. Seit dem lebt er mehr oder weniger unbehelligt im Ausland.

Nun – wie gesagt, 32 Jahre nach der Tat – packt ihn der internationale Haftbefehl in der schönen Schweiz, die Künstler dieser Welt jaulen auf und wittern einen Skandal: Der arme Mann, hatte schon so ein schlimmes Leben, Judenverfolgung, Sharon Tate und Charles Manson und und und – und jetzt das! Außerdem so talentiert, so brillant, das kann man doch nicht machen! Und das heute 50jährige Opfer (kann jemand rechnen?) will damit auch nichts mehr zu schaffen haben, also: Free Polanski!

Das mag ja alles stimmen, aber was hat das mit der Sache zu tun? Vergewaltigung verjährt nach US-amerikanischem Recht nicht, folglich muss Pan P. lebenslang damit rechnen, festgesetzt zu werden. Es wird doch vielmehr höchste Zeit, dass das Verfahren – wie auch immer – zu einem Abschluss kommt.

Der eigentliche Skandal an der Sache ist doch nicht, dass ein weltbekannter Künstler wie jeder andere Bürger behandelt wird, sondern dass die Festnahme erst jetzt erfolgt ist. Der Haftbefehl ist offenbar seit 2005 (wieso so spät?) in der Welt, und Herr Polanski hatte doch tatsächlich einen Wohnsitz in der Schweiz angemeldet. Da hat doch einer gepennt!

Im Übrigen: Mehr als peinlich, dass sich nun Leute öffentlich hinstellen und sein Verhalten von damals quasi als Kavaliersdelikt oder Jugendsünde (eines Mittvierzigers!) herunterspielen.

Die Scheil

Event: Live aus der Anstalt

September 16, 2009

Wir hatten Urlaub – jede Menge.

Wir haben Rücken, wir haben Bauch, wir haben Indifferentes.

Sind wir unterprobt? Keine Frage, und dennoch:

Jester’s Mind sind wieder am Start!

Am Freitag (18.09.2009) geht es ab 20 Uhr im Haus im Park (Klinikum Bremen Ost) wieder zur Sache.

Wir sehen uns!

Die Scheil