Archive for the ‘USA’ Category

Reisebericht: USA – Teil VI: „Will you …?“ (Hochzeit auf USAnisch)

März 4, 2008

Nach langer Zeit komme ich wieder dazu, von der USA-Reise zu berichten.

Kurz zur Erinnerung: San-Francisco-Stefan hatte zur Hochzeit mit seiner Rose geladen. Nach einer ausgiebigen Shopping-Tour, bei der mir der Gigolo meine ersten und bisher einzigen Stöckelschuhe aufgeschwatzt hatte, kamen wir gerade noch rechtzeitig zur Hochzeitsprobe in die riesengroße und sehr schöne Kathedrale. Dort gab es ein großes Hallo mit SF-Stefan nebst bisher unbekannter Rose sowie mit Bern-Heike und dem zugehörigen Klaus. Wir hatten uns mindestens 3,5 Jahre nicht mehr gesehen und doch wiedererkannt! So eine Hochzeitsprobe hat schon was. Die Beteiligten schreiten würdevoll durchs Kirchenschiff, und man kann die ganze Zeremonie einschließlich des Ansteckens imaginärer Ringe schon mal in Ruhe mitmachen. Und nicht vergessen, an der richtigen Stelle „We do“ zu sagen!

Danach ging es mit der ganzen Mannschaft in ein tolles Lokal: Das Matterhorn, ein schweizer Restaurant mitten in San Francisco. Dort gab es deutschsprachige Bedienung und dreierlei Fondues. Super!

Am nächsten Tag wurde es dann ernst. Erst für SF-Stefan und seine Rose, die aber gut aufgepasst und bei der Zeremonie alles richtig gemacht haben, und dann für mich. Die neuen Schuhe! Beim Gehen haben ich mich nicht ganz so angestellt wie die Anwärterinnen bei Germany’s next Topmodel, aber diese Schmerzen! Beim Hochzeitsempfang in gepflegtem Ambiente (mit Frankfurter Würstchen!), den das Brautpaar mit einem Wiener Walzer der besonderen Art eröffnete, war ich froh über jeden Stuhl, der mir über den Weg lief. Außerdem hatte weder mir noch Bern-Heike jemand gesteckt, dass Frau auf einer amerikanischen Hochzeit in schwarz aufzutreten hat. Daher stechen wir in knallrot respektive blau jetzt für immer von den Hochzeitsfotos deutlich hervor…

Dann, es war so gegen 20 Uhr, hörte ich jemanden am Telefon: „Jaja, ich komm gleich nach Hause. Die schneiden gleich die Torte an, und dann gehe ich.“ Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Was waren das denn für Sitten? Dann kam auch tatsächlich die Torte, und eine halbe Stunde später ging besagte Telefonperson. Und nicht nur sie, irgendwie gingen fast alle! Zweite Neuigkeit an diesem Tag: Das macht man in Amerika so. Aha. Da ich aber hart an der Bekämpfung des Jetleg gearbeitet hatte, lies ich es mir nicht nehmen, noch bis 22:30 Uhr trotz der Schuhe die Tanzfläche zu bevölkern. Als wir dann gingen, gehörten wir auch wirklich zu den letzten.

Bleibt noch zu berichten, dass Klaus das Strumpfband gefangen und mittlerweile Bern-Heike in den Hafen der Ehe geführt hat.

Die Scheil

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Reisebericht: USA – Teil V: „If you’re going to…“ (San Francisco)

September 5, 2007

Aus dem Yosemite-Nationalpark ging es dann über einen kleinen Umweg wegen eines Erdrutsches (da fährt man dann auch gerne wieder weg) nach San Francisco. Wir waren ja aus privatem Anlass da, aber dem soll ein eigener Eintrag gewidmet werden. Wenn man über eine der Brücken in die Stadt fährt, ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Kurz vor der Brücke fächert sich der Highway auf ca. 10 Spuren auf, von denen jede zu einem kleinen Mauthäuschen führt. Da muss man aufpassen, dass man nicht aus Versehen an ein Häuschen für Dauerkartenbesitzer gerät. Und direkt danach werden die Spuren wieder zusammen geführt, also: Augen auf!

Wir waren insgesamt drei Nächte in San Francisco und haben im Best Western Americania gewohnt. Das Hotel ist sehr schön, und man kann umsonst ins Internet. Leider liegt es in unmittelbarer Nähe zum angeblich gefährlichen Viertel der Stadt, aber das Hotel bietet auch einen Shuttle-Bus in die Stadt an, so dass man da nicht unbedingt durch muss, wenn man Angst hat, ausgeraubt zu werden. Wir sind viermal durchgelatscht und haben es gut überstanden.

San Francisco hat sich uns von seiner besten Seite gezeigt. Bösen Zungen zufolge liegt die Golden Gate Bridge ja geschätzte 503 Tage pro Jahr im Nebel, aber wir hatten jeden Tag klare Sicht! Die Stadt ist wohl für amerikanische Verhältnisse eher untypisch, da sie nicht allein zweckmäßig aufgebaut ist. Die hügeligen Straßen können einem schon ganz schön zusetzen, da kann man mal locker die doppelte Zeit für einen Marsch veranschlagen, wenn man nicht mit dem Cable Car zu gesalzenen Preisen und mit wenig Komfort fahren will. San Francisco hat ein ganz eigenes Flair, und am Fisherman’s Wharf kann man wunderbar abhängen, eine Seelöwenkolonie (!) beim Rumschreien bewundern und eine Bootstour zwischen Brücke und Alcatraz machen.

Die drei ??? haben Recht: Beim „grünen Geist“ wird ja mal erwähnt, dass man in San Francisco wohl das beste chinesische Essen außerhalb Chinas bekommen würde – kann ich nur bestätigen (ohne je in China gewesen zu sein)! In Chinatown gibt es ein Lokal mit einem Michelin-Stern, da standen die Leute bis auf die Straße Schlange. Wir sind dann nur ein Haus weiter gegangen, waren fast die einzigen Gäste und hatten ein klasse Menü!

Shopping ist auch ein Thema. Es gibt die Riesenmall „Nordstrom“, in der man schon ein paar Stunden verbringen muss, wenn man alles abgrasen will. Daneben habe ich mir mal „Saks Fifth Avenue“ angetan, im wahrsten Sinne der Wortes. Unglaublich scheußliche Klamotten zu ebenso unglaublich scheußlichen Preisen. Kann man sich sparen. Aber San Francisco ist wirklich eine Reise wert!

Fortsetzung folgt.

Rubrik Reisebereicht: USA – Teil IV: Cool waters und Sequoia! (Yosemite)

Juli 19, 2007

Nachdem wir in einem kleinen schnuckeligen Motel in Panamint Springs übernachtet hatten, ging es weiter Richtung Yosemite Nationalpark. In den Wintermonaten ist der Tioga-Pass, der relativ direkt vom Death Valley über die Berge zum Park führt, gesperrt, wobei Winter auch schon mal Juni bedeuten kann. Da muss man sich unbedingt vorher informieren. Der Umweg außen rum beträgt nämlich etliche Stunden und hunderte Kilometer mehr. Wir haben jedenfalls einen ganzen Tag für die Fahrt gebraucht. Abends angekommen in der Yosemite View Lodge wurden wir von einem Waschbären begrüßt, der mal eben den Hotelmüll durchsuchte. Ist schon komisch, wenn man so plötzlich neben einem wilden Tier steht. Ach, da vergesse ich wohl, dass wir auf dem Weg in den Nationalpark in der Dunkelheit um ein Haar mit einem mutmaßlichen Hirsch kollidiert wären. Das war knapp, und so ein Geweih möchte ich wirklich nicht im Pontiac haben. Im Winter besteht übrigens Schneekettenpflicht im Park, die kann man am Eingang mieten.

Wir sind am nächsten Morgen mit dem Auto bis vor die Eingangssperre gefahren, haben uns die Schneeketten geschenkt und sind per pedes weiter. Geht wunderbar, zumal es auch Shuttle-Busse für lau im Park gibt, die einen zu den besten Punkten fahren. Ein Highlight des Parks sind die zweithöchsten Wasserfälle der USA, die man aber nur im Winter so richtig bestaunen kann, da sie im Sommer teilweise komplett austrocknen. Wir sind dann noch zum Mirror Lake gewandert, der seinem Namen alle Ehre macht. Wie ein Spiegel! Tja, und da wir der Meinung waren, dass wir auf der anderen Flussseite zurück gehen müssten, es aber keine Brücke gab, machte der Gigolo mal den Versuch, den maximal 30cm tiefen Bach über einige Steine zu überqueren. Beim vierten Anlauf klappte es, und dann war ich dran. Kurz vor Erreichen des anderen Ufers musste ich natürlich von einem der Steine abrutschen und mit einem Bein und einem Arm im Wasser landen. Zur Temperatur: Am Ufer lag Schnee. Eigentlich wäre es wohl angezeigt gewesen, jetzt ins Hotel zu fahren und ein heißes Bad zu nehmen, aber ich wollte noch unbedingt die Mammutbäume (auch bekannt als Sequoias) sehen. Und da der Gigolo buchstäblich sein letztes Hemd (bzw. seinen letzten Socken) für mich gab, konnte es auch irgendwie weitergehen. Gesagt – getan. Latsch, latsch, latsch mit einem triefenden Schuh. Klasse! Aber es hat sich sowas von gelohnt! Man geht also in dieses Tal, in dem die paar Bäume sein sollen, und man fragt sich nach jeder Ecke, ob die denn noch kommen, oder ob man sie vielleicht übersehen hat. Und dann – man fühlt sich wie in Jurassic Park – tauchen sie plötzlich wie aus einer anderen Welt auf. 100 Meter hoch, unglaublich breit und einfach nur imposant. Für mich absolut unvergesslich!

Für den Gigolo übrigens auch. Am Abend meinte er zu mir: „Ein richtig toller Tag. Und das Beste war, dass Du ins Wasser gefallen bist!“ Und das sagt er heute noch.

 Fortsetzung folgt

Rubrik Reisebericht – USA, Teil III: On the road again (unterwegs)

Juli 4, 2007

Fahren unterwegs. Autofahren in den USA macht richtig Spaß! In den Ortschaften sind die Straßen recht großzügig angelegt, und die Beschilderung ist extra groß für Idioten wie mich. An vielen Kreuzungen stehen an jeder Seite Stoppschilder, und wer zuerst kommt, der fährt auch zuerst. Funktioniert! Die Ampeln hängen zumeist an der anderen Seite der Straße, daran muss man sich gewöhnen. Auf den High- und Freeways fährt es sich ebenfalls schön easy. Außerhalb gibt es kaum Verkehr, und die Straßen sind mit Himmelrichtungen markiert (Beispiel Highway 1 north), was mir persönlich die Orientierung sehr erleichert hat! 🙂 In der Nähe der großen Städte wird der Highway dann zur Ameisenstraße. Alles scheint auf den Beinen zu sein, und man sollte die rechte Spur tunlichst meiden. Im Stadtgebiet folgen Aus- und Auffahrten Schlag auf Schlag, so dass man da nur im Weg sein kann. Statt dessen sollte man die Fahrgemeinschaftsspur ganz links nutzen, die neulich bei „King of Queens“ sehr zutreffend angepriesen wurde. Da hat man wirklich seine Ruhe. Allerdings sollte man sie wirklich nur benutzen, wenn man die erforderliche Anzahl von Mitfahrern hat. Die gefürchtete Highway Patrol taucht gerne wie im Fernsehen buchstäblich aus dem Nichts aus einer Staubwolke vom Straßenrand auf. Das übliche Gejammer wegen der niedrigen Geschwindigkeiten kann ich nicht so nachvollziehen, 75 Meilen sind immerhin auch etwa 120 km, und damit kommt man schön gemütlich durchs Land. Man tankt übrigens Gallonen, und der Benzinpreis ist etwa halb so billig wie derzeit bei uns. Mindestens die Hälfte der Leute fährt Geländewagen.

Umweltschutz wird in Kalifornien ganz groß geschrieben. Wer Müll auf den Highway wirft, muss laut Beschilderung damit rechnen, mit einer Strafe von bis zu 1.000 $ überzogen zu werden. Das muss man im Kasino erstmal wieder reinspielen! 🙂

Öffentliche Toiletten sind in den USA ganz erstaunlich sauber. Nicht, dass ich das den Amis nicht zugetraut hätte, aber ich bin ja nun auch schon ein bisschen rumgekommen und habe so einen Standard noch nirgends gesehen. Was die Damen freuen wird: Man benutzt überall Papierauflagen für den Toilettensitz.

Schlafen unterwegs. Zumindest im Winter braucht man sich außerhalb der großen Sehenswürdigkeiten oder der Einöde keine Sorgen darüber machen, dass man im Auto nächtigen müsste. Motels gibt es immer wieder auf der Strecke, und wer sein Geld lieber anders als in Übernachtungen investieren möchte, dem lege ich mal die Kette „Motel 6“ ans Herz. Die Zimmer sind sauer und – wie sagt man so schön? – zweckmäßig. Wer wirklich nur übernachten will, für den ist ein Motel 6 genau das richtige. Die Preise variieren von Ort zu Ort, und wir haben für das Zimmer zwischen 40 und 90 $ bezahlt. Wenn man in den USA ein Doppelzimmer bucht, so wird man übrigens meist gefragt, ob man ein Kingsize-Bett oder zwei Queen-Betten haben möchte. Das Kingsize-Bett ist geschätzte 160 cm breit, die Queenbetten etwa 120 cm. Wir haben dann immer die Queen-Betten genommen, weil dadurch die eh schon großzügigen Zimmer noch größer geworden sind und wir schön Platz für das viele Gepäck hatten.

Essen unterwegs. Ebenfalls kein Problem. Kleine Fast-Food-Dörfer gibt es in regelmäßigen Abständen an jedem Highway. Das ist dann nicht ganz so wie bei uns auf dem Autohof, sondern etwas extremer. Meistens sind da mindestens 4 verschiedene Schnellrestaurants mehr oder weniger auf einem Haufen, dazu vielleicht noch eine Tanke, ein Motel und eine Drogerie Marke „Walgreen’s“, wo man die schönen Produkte von „Samy from Miami“ güstig erstehen kann, aber dazu ein andermal. In manchen der Läden bekommt man durchaus auch normale Mahlzeiten, so dass es nicht immer Burger mit Pommes und Mayo sein muss. Erstaunlich: Wenn man an so einem Dorf vorbeifährt, riecht man das Essen! Eine schöne Erfindung: der die das „refill“ – Getränke werden oft nachgefüllt. Verstanden habe ich allerdings nicht, warum man dann manchmal für verschiedene Bechergrößen unterschiedliche Preise bezahlen muss. Und zumindest bei „Deny’s“ wird einem noch gerne ein Pott Eiswasser für unterwegs eingepackt. Überhaupt spielen Eiswürfel im Süd-Westen eine große Rolle, womit auch das ewige Rätsel entschlüsselt wäre, warum man bei McDonald’s in Deutschland immer ziemlich viele Eiswürfel auf ziemlich wenig Getränk bekommt. Auch das Frühstück wird ganz groß geschrieben. Eine normale Portion besteht beispielsweise aus zwei dicken Pfannkuchen mit Sirup und Butter, Speck, kleinen Würstchen und Bratkartoffeln. Da ist man dann erstmal satt. Ich glaube, wir haben an keinem Tag mehr als zwei Mahlzeiten zu uns genommen, weil uns das Frühstück immer ziemlich erschlagen hat.

Thema Getränke. Die Amis sind da absolut schmerzfrei. Die mischen offenbar allen Kram zusammen, der irgendwie flüssig ist und nach Zucker oder Zahlpasta riecht. Der Gipfel des Ekels: Cherry Coke vanilla, igitt, aus Versehen gekauft! Vielleicht kann Mr. B.K. uns ja mal die Vorzüge von Root Beer erklären…

Fortsetzung folgt

Rubrik Reisebericht – USA, Teil II: Howdy! (Las Vegas und Death Valley)

Mai 11, 2007

Wie gesagt, Fast Food. Mitten auf dem Weg zum Gepäckband. Der Flughafen in Denver ist ziemlich gut organisiert. Es gibt eine eigene U-Bahn, die einen in den gewünschten Bereich bringt. In Las Vegas läuft das genauso.

Die Crew auf dem Weg von Denver nach Las Vegas begrüßte uns mit einem herzlichen „Howdy“, was mich einigermaßen erstaunt hat. Später hat man mir bestätigt, das sei doch „rather farmy“ und eher ungewöhnlich. Auf dem Flughafen muss man gleich mal Abdrücke der beiden Zeigefinger sowie ein Foto machen lassen, und dann kann’s losgehen! Angekommen in Las Vegas Downtown (nicht zu verwechseln mit dem Strip, dazu komme ich gegen Ende der Reise) weiß man zunächst überhaupt nicht, wo einem der Kopf steht. Es klingelt, blinkt und glitzert überall. Es ist mir ein Rätsel, wie man dort spontan freiwillig heiraten kann. Ein Irrenhaus! Aber für ganz Romantische gibt es sogar die Möglichkeit einer „drive thru wedding“, wobei man nicht einmal aus dem Auto austeigen muss – kein Witz! Aber tolles Wetter. Den Gigolo hat das Ganze in Verbindung mit 9 Stunden Zeitverschiebung so verwirrt, dass er glatt seine Handy-PIN vergessen hat und wir fortan ohne jeglichen Zivilisationsballast durch die USA kurven durften. Übernachtet haben wir im Four Queens Hotel, mitten im Getümmel für ganze 19 $ die Nacht!

Am 19.02. haben wir dann unseren Mietwagen abgeholt, einen knallroten Pontiac G 6. Bei Alamo läuft das ganz problemlos. Man muss sich nur ordentlich über die Tarife informieren und sich überlegen, was am besten zu einem passt. Bei einer Rundreise sollte man darauf achten, dass man die gefahrenen Meilen nicht bezahlen muss. Ausserdem braucht man in manchen Staaten eine gesonderte Versicherung, wenn nicht nur der Hauptmieter fahren soll. Aber zurück zum Pontiac: Tolle Karre, natürlich Automatik, macht richtig Spaß! Radio an, und es läuft „Ring of Fire“. Was will man mehr? Und damit ab ins Death Valley. Unterwegs haben wir unsere erste amerikanische Mahlzeit in einem Ort namens Shoshone im Shoshonengrill eingenommen. Wenn ich hier von Ortschaft spreche, dann darf man nicht vergessen, dass die meisten Nester, die man am Wegesrand passiert, aus ca. 3-5 Gebäuden bestehen. Jedenfalls gab es in dem Lokal erst ordentlich Feuer und Rauchschwaden aus der Küche und dann Burger mit selbstgeschnitzten Pommes. Ein Einbeiniger fragte mich, ob der Bronco auf dem Parkplatz mir gehören würde! Jedem, der weiß, wie ein Ford Bronco aussieht, muss die Absurdität dieser Frage geradezu ins Auge springen. Die Karre ist irgendwas zwischen einem Geländewagen und einem Panzer, und ich reiche wahrscheinlich gerade einmal mit der Schulter an den Türgriff. Wie dem auch sei, weiter geht’s ins Death Valley. Vor der Reise hatte ich etwas rumgemault, ob dieser Umweg denn wirklich sein müsse, aber er musste sein. Zum Glück. Diese Wüste ist nämlich echt schön. Zwei Tage vor unserer Ankunft hatte es ein bisschen geregnet, so dass es verhältnismäßig grün und bunt war. Am tiefsten Punkt der USA mit 86 Metern unter dem Meer (in welcher Folge sind die drei Fragezeichen noch gleich dort? Das brennende Schwert? Ja, eine super Location für das Sektenritual während der Sonnenfinsternis!) befindet sich ein fotogener Salzsee. Und: tolles Wetter! Etwas über 20° C, da lässt es sich aushalten. Im Sommer können auch schon mal 50° C erreicht werden.  Schon wieder T-Shirt. Laut Reiseführer sollte man sich im Death Valley eine Riune (Ashford Mill) ansehen. Die kann man sich getrost schenken. Da stehen tatsächlich nur vier Wände, und das war’s. Übrigens kosten alle Nationalparks natürlich Eintritt. Für eine Rundreise empfiehlt sich eine Jahreskarte, quasi flatrate-sightseeing. Am meisten beeindruckt haben mich aber die bunten Felsen der „artists palette“, das hatte ich nun wirklich nicht erwartet! Rosa, türkis, hellblau, hellgrün – toll, sieht aus wie bei Monet! 

Und mit diesem überwältigenden Eindruck machten wir uns auf den Weg in den Yosemite-Nationalpark.

Fortsetzung folgt

Rubrik Reisebericht – USA, Teil I: Here we go! (Abreise)

Mai 8, 2007

Ich bin von mehreren Leuten gebeten worden, doch mal etwas ausführlicher über unsere USA-Reise zu berichten, was ich hiermit tue. Ich fange heute mal mit den Reisevorbereitungen und dem Flug an und werde mich in der nächsten Zeit durch Nevada, Kalifornien, Arizona und Utah arbeiten. Zu fast allen Reisestationen können bei Bedarf auch Bilder geliefert werden.

Also, alles begann im Sommer 2006. Es muss wohl Ende Juli oder schon im August gewesen sein, als ich in meinem Posteingang eine Nachricht von San Francisco-Stefan fand, der uns zu seiner Hochzeit im Februar in die gleichnamige Stadt einlud. Puh, das war schon was! Ich hatte ja schon länger geplant, mal so eine Reise zu machen, aber irgendwie hat es nie geklappt. Der Gigolo und ich waren uns gleich einig: Da wollen wir jetzt hin! Und nachdem wir einige Stunden über unserem Kalender gebrütet, Bedenken wegen der Jahreszeit ausgetauscht und mehrere Reisemöglichkeiten ausgelotet hatten, sagten wir Stefan kurzerhand zu. Hui, wie aufregend!

In der Folgezeit war der Gigolo mit der Reiseplanung beschäftigt, während ich mich den unerfreulicheren Dingen des Lebens zu widmen hatte. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass ich genügend Lufthansa-Meilen gesammelt hatte, um den Flug für lau zu bekommen, jedenfalls ungefähr. Die Steuern fallen leider trotzdem an. So kam es, dass ich offiziell mit der Lufthansa, der Gigolo mit United Airlines unterwegs sein würde, die den kompletten Flug billiger anbieten konnten.

Am 18.02.07 ging es dann endlich los. Flug ab Bremen über Frankfurt und Denver nach Las Vegas. In Bremen stellte sich leider heraus, dass wir aufgrund der unterschiedlichen Buchung (der Gigolo hatte schon einen reservierten Platz, ich nicht) über dem Atlantik nicht neben einander würden sitzen können! So eine Scheiße! Naja, wenigstens saß er dann hinter mir, so dass man sich auch mal kurz unterhalten konnte. In unserer Nähe saß noch eine Familie, die komplett hinter einander saß und wenig amüsiert war.

Bei der Sicherheitskontrolle in Frankfurt bin ich übrigens mal wieder aufgefallen. Der Detektor meldete verdächtiges Gut in meiner Hosentasche: ein benutztes Kaugummi in Silberpapier! Alle Achtung, was diese Teile alles können… Mit dem rotem Reisepass kommt man momentan noch in die USA, aber ich würde empfehlen, langfristig vor der Abreise mal auf der Homepage des Auswärtigen Amtes nachzusehen, ob das noch so ist.

Etliche Stunden später betrat ich zum ersten Mal in meinem Leben amerikanischen Boden und witterte sofort…Fast Food!

Fortsetzung folgt