Archive for the ‘Literatur’ Category

Buchbesprechung: Herbert Rosendorfer – Deutsche Geschichte, ein Versuch (Band I-III)

September 24, 2007

Ich habe wieder gelesen. Das letzte Jahr über. Vor ziemlich genau einem Jahr feierte die Friddrisch nämlich ungefähr ihren 25. Geburtstag, und völlig uneigennützig bekam sie von der versammelten Kollegenschaft die ersten drei Bände von Herbert Rosendorfer, „Deutsche Geschichte – ein Versuch“. Nachdem es dann auf besagter legendärer Party eine Schnitzeljagd gab, in deren Verlauf ich meine komplette Mannschaft verlor und erst nach etwa einer Stunde wieder traf, dachte ich mir, ich könnte mir doch mal das selbst geschenkte Geschenk ausleihen.

Also, Herr Rosendorfer ist eigentlich Jurist. Erstaunlich, man kennt ja so wenige… 🙂 Jedenfalls hat er sich der Historienforschung verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, ein Werk zu verfassen, welches die deutsche Geschichte zwar nicht light, aber doch für jeden verständlich darstellen soll. In Band I, der die Chlodwigs und Hermanns dieser Welt beschreibt, ist ihm das auch gut gelungen, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass über die früheste Vergangenheit der Deutschen wenig überliefert ist. Der Stil ist recht unterhaltsam, und Herr Rosendorfer macht keinen Hehl daraus, dass er die katholische Kirche für ein Übel hält.

In Band II wird es dann schon etwas schwieriger. All diese Ludwigs und Heinrichs, die es da zu unterscheiden gilt, verlangen dem Leser doch einiges an Geduld und Aufmerksamkeit ab. Alles in allem muss man wohl sagen, dass dieser Band zu viele Details enthält, als dass man einigermaßen mitkommen könnte.

Band III befasst sich ausschließlich mit der Reformationszeit. Er liest sich wieder besser als Band II und wird vor allem gegen Ende hin wieder recht amüsant.

Herr Rosendorfer besticht durch ein schier unglaubliches Geschichtswissen, welches man nur schwer ansammeln kann, wenn man nicht selbst dabei war – Hut ab! Die ständige Kritik an der katholischen Kirche mag manch einem übel aufstoßen. Und leider muss ich auch sagen, dass die Ankündigung des Klappentextes, es handele sich um Geschichte für Einsteiger, eigentlich nur auf das erste Buch zutrifft. Dennoch kann ich die ersten drei Bände jedem empfehlen, der ein bisschen Vorwissen und Ausdauer mitbringt.

Aktuell besteht das Werk aus fünf Bänden, ist aber wohl noch nicht komplett. Mal sehen, vielleicht hat die Friddrisch zum 26. oder so ja Band IV bekommen…

Die Scheil

Buchbesprechung: Die drei ??? und das versunkene Dorf

August 30, 2007

Es sind harte Zeiten angebrochen für uns Fans der erfolgreichsten Hörspielserie der deutschen Mediengeschichte. Wie verzweifelt ich bin, kann man daran sehen, dass ich nun mal ein Buch von den drei Jungs aus Rocky Beach gelesen habe. Die Wahl fiel auf „Das versunkene Dorf“, ein Buch, das bisher nicht vertont werden konnte und von „Starautor“ André Marx geschrieben wurde.

Das schöne an den Kosmos-Büchern ist, dass sie 128 Seiten umfassen, großzügig geschrieben sind und man sie eigentlich an einem Tag durchlesen kann, wenn man etwas Zeit hat.

Zur Geschichte:

Die drei ??? treffen in Ridgelake, Oregon auf einen See, der tatsächlich nachts leuchtet und auf einen alten Mann, der in selbiges Gewässer steigen möchte. Was geht da vor? Der See leuchtet, weil zwei Taucher in der Nacht den See nach einem kleinen Kästchen absuchen. Das kommt schon ziemlich schnell raus. Aber die Alten von Ridgelake (der Ort ist vom demografischen Wandel gebeutelt im Sinne von Rainald Grebes „Brandenburg“) haben ein Geheimnis. Das alles liegt 50 Jahre zurück, und die Lösung des Falles liegt buchstäblich auf dem Grunde des Sees…

Viel Spaß damit,

die Scheil a.k.a. Mihai Eftimin d.J.

Buchbesprechung: Elizabeth George – a Traitor to Memory

August 24, 2007

Ich habe wieder gelesen. Und wieder auf englisch, deshalb hat es auch ziemlich lange gedauert. Und dann kam mir auch noch Harry Potter dazwischen, aber jetzt bin ich ja fertig.

Ich präsentiere Euch heute einen Kriminalroman, der knapp fünf Jahre in meinem Regal lag, bevor ich mich rangetraut habe. Völlig zu Unrecht übrigens. „A Traitor to memory“ handelt – wer hätte es gedacht? – von Erinnerungen. Das fast 30jährige Wunderkind Gideon, das weltweit Erfolge an der Fidel feiert, verliert plötzlich mitten im Konzert sein Gefühl für die Musik und kann nicht mehr spielen. Daraufhin geht’s zur Therapeutin, die mit ihm in seiner Vergangenheit wühlt. Und da treten schauerliche Begebenheiten zutage, die Gideon bislang erfolgreich verdrängt hat…

Das Buch ist sehr ansprechend in zwei verschiedene Erzählformen geteilt: einmal der klassische Roman mit dem allwissenden Erzähler, einmal das Tagebuch des Gideon. Beide Erzählformen wechseln sich ständig im Buch ab. Und nun der Clou: Der eigentliche Roman umfasst einen Zeitraum von ungefähr 2 Wochen, während Gideons Tagebuch über mehrere Monate geht. Erst zum Schluss laufen beide Stränge zusammen. Das Buch hat 800 Seiten und ist sprachlich nicht ganz ohne, weil die Leute ständig Slang reden. Aber irgendwie versteht man dann doch alles (mehr oder weniger). Es macht Spaß, das Buch zu lesen, und man weiß eigentlich bis kurz vor Schluss nicht, was Sache ist.

Neulich lief das Buch als „Nie sollst Du vergessen“ im Fernsehen. Hab ich aufgenommen, muss ich noch sehen. *****Aaargh! Ich habe gerade versucht, mir die Aufzeichnung anzusehen. Ich hab den Videorekorder falsch programmiert! Ist nur die zweite Hälfte drauf! Ich brech ins Essen!*****

Nun komme ich mal konkret zum Inhalt. Also, wer das Buch noch lesen will, sollte hier wegklicken!

Vor 20 Jahren wurde Gideons kleine Schwester Sonia im Bad ertränkt. Das deutsche Kindermädchen Katja bekam dafür 20 Jahre. Nun ist sie draußen, und es geschehen schlimme Dinge: Gideons Mutter, die vor etwa 16 Jahren die Familie sang- und klanglos verlassen hat, wird ermordet (überfahren) aufgefunden. Außerdem werden eine Freundin Katjas, die damals im Prozess gegen sie ausgesagt hatte, und ein früherer Geliebter der Mutter angefahren. Gideons Vater wird vor einen Bus gestoßen. Und während Gideon so in seiner Vergangenheit kramt, wird ihm klar, dass nicht Katja, sondern er selbst Sonia umgebracht haben muss! Zum Ende hin stellt sich heraus, dass es wohl Gideons Vater war, der das kleine Mädchen ertränkt, alle anderen umgefahren und sich zur Tarnung vor den Bus geworfen hat. Die Mutter, um sie von Gideon fernzuhalten, und die anderen, um die Spur auf Katja zu lenken. Diese hatte damals die Schuld auf sich genommen, weil man ihr Geld dafür geboten hatte und man fälschlicherweise davon ausging, dass sie mit maximal fünf Jahren Knast davon käme. Da hat doch schon wieder jemand mit Zitronen gehandelt! Und Gideon, das Wunderkind, sollte natürlich nicht mit dem Tod der Schwester in Verbindung gebracht werden; wäre schlecht für die Karriere. Überhaupt ist Gideons Karriere Dreh- und Angelpunkt des gesamten Daseins seines Vaters, und er konnte einfach nicht riskieren, dass sein Sohn aufhört zu spielen, weil seine Mutter ihm sagt, er habe die Schwester umgebracht, weil sie selbst nicht wusste, dass es eigentlich der Vater war. Alles verstanden? 🙂

Die Scheil

Kleine Ergänzung: Wider Sinn und Verstand habe ich mir gestern Nacht dann doch die zweite Hälfte von „Nie sollst Du vergessen“ angesehen und bin doch einigermaßen verwirrt. Während es im Buch ja ein bißchen offen bleibt, wer die arme kleine Sonia ertränkt hat, ist es im Film ganz klar Gideon, und zwar hinterhältig geplant! Gut, in die Richtung kann man das Buch sicher etwas dehnen, aber was dann passiert ist, würde der findige Jurist als eindeutige Sachverhaltsquetsche bezeichnen: Der Mörder der ganzen Leute, die alle im Straßenverkehr attakiert werden, ist ein völlig anderer! Ich wäre fast vom Sofa gekippt, als es plötzlich hieß, der Vater – also der Täter in Buch – sei überfahren worden und mausetot! Im Film entpuppt sich der Geigenlehrer Gideons als Täter. Die Motivlage ist allerdings die gleiche: Das Wunderkind, das Supertalent, wie es nur einmal in 100 Jahren vorkommt, darf nicht für den Tod der Schwester drangekriegt werden.

Sowas!

Harry Potter VII: Kapitel 28 – Ende

August 9, 2007

Leute, ich bin durch! Was habe ich gelitten – immerhin hat man mit den Figuren ja die letzten Jahre verbracht.

Also, wie geht’s aus? Natürlich irgendwie gut, aber der Reihe nach.

Der letzte Horkrux liegt in Hogwarts versteckt. Also müssen die drei da hin. Sie apparieren nach Hogsmeade und werden mal wieder um ein Haar geschnappt. Dieses Mal rettet Aberforth Dumbledore, der Bruder von Albus, sie, der auch Dobby geschickt hatte. Er hat einen versteckten Weg in die Schule, den man sofort ausprobiert. Der Gang endet im Raum der Wünsche, der momentan jede Menge Outlaws beherbergt, unter ihnen Neville Longbottom, der nun nach Harrys Verschwinden zu einer Art Held zweiter Klasse geworden ist.

Harry hat aber keine Zeit für Nostalgie und macht sich sogleich auf die Suche nach dem Diadem der Rowina Ravenclaw. Natürlich werden sie auch hier wieder fast geschnappt, können aber ein paar missgünstige Lehrer überwältigen und ausschalten. Daraufhin informiert Prof. McGonagall die übrigen „guten“ Lehrer, und eine Revolte startet, in deren Verlauf Schulleiter Snape das Weite sucht und auch findet.

Der Kampf um Hogwarts bricht los. Die Todesser bieten alles auf, was sie irgendwie aktivieren können: sich selbst, Riesen, Spinnen, Dementoren, das übliche halt. Durch den Geheimgang findet auch der Rest von Dumbledores Armee sowie der Orden des Phönix ins Schloss. Ziemlich bescheuert, dass Tonks und Lupin sich ins Gewühl werfen, haben doch beide einen ganz kleinen Sohn zuhause, dessen Pate ausgerechnet Harry ist. Wenn das kein schlechtes Omen ist…

Harry hat eine Eingebung: Das Diadem hat er doch schon mal im Raum der Wünsche gesehen! Damals brauchte er den Raum als Versteck, und es war schon jede Menge Zeug drin. Und tatsächlich: Das Diadem ist da! Leider auch Malfoy, Crabbe und Goyle, die Harry ans Leder wollen. Ein Feuer bricht aus, und Crabbe verbrennt doch tatsächlich. So ein Tod in einem Jugendbuch! Unsere drei retten – heldenhaft, wie sie sind – die beiden übrigen Idioten, und das Feuer zerstört den Horkrux. Kurze Frage am Rande: Wie konnte Voldemort ernsthaft davon ausgehen, dass nie jemand diesen speziellen Raum der Wünsche betreten würde? Schließlich war da schon uraltes Zeug drin.

Derweil brodelt die Schlacht, und sie fordert ein Todesopfer, mit dem ich im Leben nicht gerechnet hätte. Fred is dead! Ein Zwilling allein, das kann doch nicht sein! Zumindest ist Percy in den Schoß der Familie zurückgekehrt, also hat man zahlenmäßig quasi keinen Verlust.

Zwischenzeitlich sitzt Voldemort in der Heulenden Hütte und hält mit Snape eine Audienz, in deren Verlauf Snape der Schlage zum Töten vorgeworfen wird. Harry ist unbemerkter Zeuge dieser Szene und hält Snapes letzte Gedanken und Erinnerungen fest, um sie dann in Dumbledores Denkarium auszuwerten. Und dabei tritt erstaunliches zutage: Snape war auf ewig in Lily Potter verliebt. Er hat sogar Voldemort damals gebeten, sie zu verschonen. Als das nichts wurde, hat Dumbledore ihn überzeugt, ein wachendes Auge über Harry zu haben, quasi im Gedenken an Lily. Als Dumbledore dann letztes Jahr den Horkrux-Ring zerstört hat, ist er von einem Fluch befallen worden, weshalb er nicht mehr lange zu leben hatte. Als er dann erfuhr, dass Draco Malfoy auf seine Tötung angesetzt worden war, überredete er Snape, es für Draco zu tun. Schließlich müsse er ja eh sterben. Es stellt sich heraus, dass Snape den unbekannten Patronus geschickt und das Schwert platziert hat sowie dass er auf Dumbledores Geheiß Harrys Abreise aus Privat Drive 4 verraten hat. Und dann erfährt Harry noch folgendes kleine Detail: Als er von 16 Jahren Voldemort ohne es zu wissen fast getötet hat, entstand ein siebenter Horkrux: Ein Teil von Voldemorts Seele ging auf Harry über. Folglich kann er nur dann wirklich getötet werden, wenn Harry stirbt. Tolle Aussichten.

Feuerpause. Voldemort stellt ein Ultimatum. Harry soll sich stellen, und der Rest wird verschont. Harry ist völlig resigniert und stellt sich tatsächlich. Voldemort schießt den Todesfluch auf ihn ab. Plötzlich sieht Harry sich in einer Art Himmel und spricht mit Dumbledore. Wie am Ende jedes Buches wird es jetzt etwas wirr. Zusammenfassend: Der siebente Horkrux ist durch den Fluch zerstört worden, aber Harrys Seele ist noch intakt. Er beschließt, nicht zu sterben, sondern zurückzukehren und zu kämpfen. Go Harry! Nagini hat zwischenzeitlich auch das Zeitliche gesegnet, so dass Voldemort nur noch die Seele in seinem Körper hat.

Harry stellt sich tot und nutzt dann einen Überraschungseffekt. Es kommt zum finalen Kampf zwischen ihm und Voldemort. Voldemort kämpft mit dem unbesiegbaren Zauberstab. Es stellt sich aber heraus, dass er ihn nicht richtig bedienen kann, weil er eigentlich Harry gehören müsste. Als Voldemort den Todesfluch ausspricht, richtet sich der Zauberstab gegen ihn, und er beißt ins Gras. Alle freuen sich, und fast alles ist gut. Von Harrys Freunden haben Fred, Tonks und Lupin die Schlacht nicht überlebt. Kingsley wird Zaubereiminister.

Harry hat die Fresse voll vom Unfrieden und beschließt, die drei Reliquien nicht zu nutzen.

19 Jahre später ist er mit Ginny verheiratet, Ron mit Hermine. Letztere haben zwei Kinder, die Potters drei: James, Albus Severus und die kleine Lily. Wieso keinen Fred? Man sieht sich am Bahnhof King’s Cross, wo die Kinder zum Hogwarts Express gebracht werden, und alles ist wie früher. Dieses letzte Kapitel ist irgendwie merkwürdig. Es fällt einem doch schwer, sich Harry & Co. als Erwachsene vorzustellen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass Ginny genauso schrullig geworden ist wie ihre Mutter. Aber mit diesem Abschluss hat J.K. Rowling natürlich alle Spekulationen über einen achten Band verhindert und die Sache zu einem klaren Ende geführt.

Fazit: Das beste der sieben Bücher! Und danke, dass er noch lebt!

Harry Potter VII: Kapitel 19 – 27

August 8, 2007

Leute, das Buch ist gut! Gerade Band V fand ich etwas inhaltsleer, aber selbst, wenn jetzt nichts mehr passiert, bin ich zufrieden.

Auf wundersame Weise finden Ron, Harry und Hermine wieder zusammen. Ein unbekannter Patronus wies den Weg. Ron stellt sich als wahrer Gryffindor heraus und rettet Harry vor dem Ertrinken und sichert ganz nebenbei noch das echte Schwert des Godric Gryffindor und zerstört verstört den Horkrux im Medaillon. Hermine schmollt noch etwas, weil Ron sie einfach hat sitzen gelassen, aber auch das legt sich wieder. Die spannende Frage: Wessen Patronus kam da um die Ecke? Ich habe keine Ahnung.

Luna Lovegoods Vater mit dem wundervollen Vornamen Xenophilius erzählt unseren drei tapferen Kriegern die Mär von den drei Brüdern, die die drei „Deathly Hallows“ von Gevatter Tod persönlich ausgehändigt bekommen haben sollen. Ich übersetze das mal frei mit „drei Reliquien“. Dabei handelt es sich laut dem Märchen um einen unbesiegbaren Zauberstab, einen Tote erweckenden Stein und einen super-duper-Tarnumhang. Das Kuriose: Dumbledore hat Hermine ein Märchenbuch mit eben jeder Geschichte drin vermacht. Harry ist nun der Meinung, er sei im Besitz des super-duper-Tarnumhangs, und der Rest müsse ja auch irgendwo sein. Entsprechend der Geschichte kann derjenige, der alle drei Dinge vereinigt, den Tod besiegen. Leider hat der Mann mit dem charmanten Vornamen die drei Helden verraten, und um ein Haar werden sie von Todessern geschnappt. Die arme Luna ist seit Wochen verschwunden, und der Papa wollte sie so zurück bekommen. Hatter mit Zitronen gehandelt!

Die Sache mit den drei Reliquien lässt Harry keine Ruhe. Er ist fest davon überzeugt, dass sie tatsächlich existieren und ist sich seiner Prioritäten nicht mehr sicher – Horkruxe oder Reliquien? Als dann auch noch zumindest die Existenz des allmächtigen Zauberstabes von Mr. Ollivander bestätigt wird, dreht Harry vollends durch. Er hält die Familie Peverell für die Wiege der drei Brüder und wähnt sich als Nachfahre des Bruders, der den super-duper-Tarnumhang hatte. Schließlich hat Harry ihn von seinem Vater geerbt, und er könnte ihn doch auch aus der Familie haben. Dabei lässt er ein Detail außer acht: Voldemort ist nachweislich mit einem der Brüder verwandt, was bedeuten würde, dass Harry und er gemeinsame Vorfahren hätten.

Voldemort ist sich für nichts zu schade. Ganz offensichtlich auf der Suche nach dem allmächtigen Zauberstab öffnet er Dumbledores Grab und entnimmt etwas, was er dafür hält. Ich glaube allerdings, dass er da einem Irrtum aufgesessen ist. So etwas wertvolles würde Dumbledore doch nicht mit ins Grab nehmen, zumal Harry im Leben nicht an den Sarg gegangen wäre. Ich vermute vielmehr, dass Harry noch den tollen Stab finden und mit ihm Horkruxe zerstören wird.

Mr. Ollivander treffen sie übrigens im Keller der Familie Malfoy. Durch eine Unachtsamkeit von Harrys Seite werden unsere drei nämlich von keinem geringeren als dem fiesen Werwolf Fenrir Greyback und seinen Schergen gefangen. In dem Haus spielen sich dann schreckliche Szenen ab: Bellatrix Lestrange ist überzeugt, die drei seien in ihrem Verlies bei Gringott’s gewesen und dreht deshalb völlig am Rad. Harry kombiniert: Darin könnte ein Horkrux versteckt sein! Hermine wird gefoltert. Wurmschwanz taucht auf und erweist Harry einen kurzen Moment der Gnade, was nicht unbestraft bleibt: Seine silberne Hand, die er einst von Voldemort erhielt, wendet sich gegen ihn und erwürgt ihn kurzerhand. Harry braucht Hilfe, denkt an Dumbledore und *crack* taucht Uns Dobby auf! Der Hauself rettet alle Gefangenen, unter ihnen auch Luna, wird auf der spektakulären Flucht aber leider getötet. Sehr traurig, ich hatte plötzlich was im Auge 😦 … In Folge dieser Flucht fallen die Malfoys und Bellatrix bei dem Unnennbaren in Misskredit und werden unter Hausarrest gestellt.

Unsere drei aber machen sich auf den Weg in Bellatrix‘ Verlies bei Gringott’s, um dort nach einem Horkrux zu suchen. Und tatsächlich finden sie den Hufflepuff-Becher, von dem Dumbledore gesprochen hat, müssen allerdings das Schwert zurücklassen. Mal wieder müssen sie flüchten und nutzen dieses Mal einen Wachdrachen dazu, der sich freut, mal raus zu kommen. Voldemort erfährt vom Diebstahl des Horkruxes und läuft fast Amok, als ihm bewusst wird, dass Harry womöglich über seine ganze Seelenspalterei Bescheid weiß und ihm ein Schnippchen schlagen will. Also macht er sich auf den Weg, um alles seine Verstecke zu überprüfen. Das sicherste befindet sich in Hogwarts!

 Fortsetzung folgt.

Harry Potter VII: Kapitel 13 – 18

August 7, 2007

Das Elend nimmt seinen Lauf. Das ganze Zaubereiministerium ist infiltriert, Muggle-Geborene haben nix mehr zu lachen. Erinnert alles sehr an das Dritte Reich. Ächtung von Mischehen und Pauschalverdächtigungen, die der Betreffende von Gericht kaum ausräumen kann, weil man ihn einfach nicht zu Wort kommen lässt. Harry, Ron und Hermine haben sich mittels Vielsafttranks in das Ministerium eingeschlichen, was nicht einfach war, zumal Harry Potter nun offiziell der Staatsfeind Nr. 1 ist. Sogleich werden sie damit konfrontiert, was es heißt, ins Visier der Mächtigen zu geraten. Auf geradezu haarsträubende Weise gelingt es ihnen, Umbridge den Horkrux abzunehmen, werden auf der Flucht aber fast erwischt und müssen Grimmauld Place als Herberge aufgeben, da es nun dort nicht mehr sicher ist.

Harry hat wieder Visionen. Der arme Gregorovitch, den man bisher gar nicht kannte, muss dran glauben. Ihm ist etwas ungeheuer wichtiges geklaut worden, was der, dessen Name nicht genannt werden soll, unbedingt haben will. Hary hat den Dieb zwar in der Vision gesehen, kennt ihn aber nicht. Ich war zuerst der Meinung, es könnte Dumbledores Bruder gewesen sein, doch nun scheint es, als sei es der böse Grindelwald gewesen.

Snape ist gefoppt worden. Das Gryffindor-Schwert befindet sich nicht in seinem Büro, sondern ist von Dumbledore durch eine Kopie vertauscht worden, was Snape wohl nicht weiß. Mit dem echten Schwert kann man Horkruxe zerstören, also machen sich unsere drei tapferen Krieger auf die Suche danach in Godric’s Hollow, wo sowohl Dumledore und Harry als auch Gryffindor persönlich geboren wurden. Leider kommt es vorher noch zu einem Zerwürfnis mit Ron, der daraufhin seine Sachen packt und verschwindet. Ob er wohl das Geschenk von Dumbledore mitgenommen hat? Das wird Harry doch noch brauchen! Naja, Ron wird so oder so irgendwann wieder auftauchen, und alles wird wieder gut.

In Godric’s Hollow muss Harry feststellen, dass er auch dort eine kleine Berühmtheit samt Standbild ist. Er findet das Grab seiner Eltern und trifft Bathilda Bagshot, von der er sich Informationen über das Schwert und Dumbledore erhofft. Dann geht plötzlich alles drunter und drüber. Bathilda ist nicht Bathilda, sondern die getarnte Schlage Nagini. Es kommt zu einem gefährlichen Kampf zwischen Harry und ihr, er wird gebissen, kann letztendlich aber mit Hermines Hilfe fliehen. Wie schade, dass sie das Schwert nicht hatten. Schließlich steht Nagini ja auch im Verdacht, ein Horkrux zu sein. Auf der Flucht wird Harrys Zauberstab zerstört, so dass er nun ohne dasteht. Der Staatsfeind Nr. 1 kann ja nicht einfach in einen Laden gehen und einen neuen kaufen.

Was mich schon länger irritiert: Der Aufrufezauber „Accio“ funktioniert doch nur, wenn man weiß, wo etwas ist. Wie konnte Hermine dann die Bücher aus Dumbledores Büro bekommen, bei denen sie doch höchstens eine leise Ahnung hatte, dass sie dort sein würden?

Forsetzung folgt.

Harry Potter VII: Kapitel 6 – 12

August 3, 2007

Holla, es geht zur Sache!

Ich fand es schon etwas übertrieben, ein ganzes Kapitel nach dem schlafanzugtragenden Ghoul zu benennen, aber so kommt auch diese Gestalt zu ihren 15 Minuten Ruhm. Was ich nicht ganz verstehe: Hermine erzählt doch, sie habe die Erinnerung ihrer Eltern verändert, so dass sich diese nicht an sie erinnern. Später, als sie in der Londoner Spelunke auf die Totesser treffen, behauptet sie, so einen Zauber noch nie durchgeführt zu haben. Was ist das, Schlamperei von J.K. Rowling oder schlechte Sprachkenntnisse bei mir?

Dumbledore vererbt seltsames Zeug, hätte man von ihm aber auch nicht anders erwartet. Man darf gespannt sein, was die drei mit diesen Sachen anfangen sollen. Toll: der mit dem Mund zu öffnende Schnatz (bzw. nicht). Klasse Verbindung zwischen Band 1 und 7!

Das Hochzeitskapitel hätte ich mir etwas stärker ausgeschmückt vorgestellt. Jaja, auch Frau Rowling kommt irgendwann an ihre Grenzen. Was ist jetzt eigentlich mit Bill, der doch im letzten Buch von einem Werwolf angefallen wurde? Ist er jetzt auch einer? Und warum klebt sich George nicht einfach ein Gummiohr über sein fehlendes? Dieses Loch im Kopf macht doch echt nix her. Der Überfall der Totesser schlug dann den Bogen zurück zur Quidditch-Weltmeisterschaft.

Was ist das mit Dumbledore und seiner Vergangenheit? Ich mutmaße mal, dass er früher tatsächlich anders drauf war und erst im Laufe der Jahre zu einem Freund der Minderheiten wurde (Schindler lässt grüßen). Vielleicht hat er deshalb auch so viel Verständnis für Snape. Thema Snape: Schulleiter! Damit ist für mich klar, dass Hogwarts in diesem Band noch Schauplatz eines Kampfes, vielleicht sogar des Showdowns, sein muss. Übrigens glaube ich, dass er nie Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste gewesen ist, weil er in dem Fach durchgefallen ist!

Kurze Unterbrechung, ich muss zu meinen Spare Ribs.

So, wieder da. Kreacher taucht tatsächlich wieder auf und ist zahm wie ein Lämmchen. Wer hätte gedacht, dass Sirius‘ Bruder den Horkrux gestohlen hat? Die Anti-Snape-Zauber im Grimmault Place muten doch leider ein bißchen geisterbahnmäßig an. Das kann Frau Rowling doch eigentlich besser! Mittlerweile bin ich mir fast sicher, dass Mad Eye Moody noch lebt. Vielleicht ist er der Überläufer!

Die Wiederkehr der Dolores Umbridge, ich bin begeistert!

Harry nimmt den Mund ganz schön voll, seit er offiziell erwachsen ist. Den armen Lupin hätte er doch wirklich nicht so fertig machen müssen.

Ansonsten geschieht das, was sich schon in den letzten Büchern ankündigte: Es entsteht eine Mischung aus dem Dritten Reich und dem Ku-Klux-Klan. Ich sage nur: Rassengesetze…

Fortsetzung folgt.

Harry Potter VII: Kapitel 1 bis 5

August 1, 2007

So, gestern habe ich also endlich den letzten Potter erstanden und bis jetzt die ersten fünf Kapitel gelesen.

ACHTUNG, es folgt eine Inhaltsangabe!

Harry sitzt also mal wieder bei den Dursleys, aber der endlich letzte Abschied naht. Und an dieser Stelle verblüfft Dudley den Leser wohl zum ersten Mal: Es fällt ihm doch tatsächlich schwer, Harry zu verlassen beziehungsweise ihn gehen zu lassen. Im Zuge der Dementorengeschichte aus Band V hat „Big D.“ eine gewisse Zuneigung für Harry entwickelt.

Naja. Für Harry geht es mit einer dreizehnköpfigen Truppe aus Privat Drive Nr. 4 weg. Einige Auroren und seine Freunde haben sich zusammengeschlossen, um ihn wohlbehalten aus dem Haus zu bekommen. Denn: Harry wird bald 17 und damit volljährig, und ab diesem Moment hält der Schutz seiner ermordeten Mutter nicht mehr. Außerdem ist der Schutz weg, wenn Harry das Haus endgültig verlässt. Allerdings glaube ich, dass das bisher immer mit einem Zauber von Dumbledore und nicht von Lilly Potter begründet wurde. Weiß das jemand genau?

Jedenfalls kommt der Vielsafttrank mal wieder zum Einsatz, und sechs der 13 verwandeln sich in Harrys, um die Totesser zu verwirren, die mutmaßlich versuchen werden, Harry einzufangen. Die Sache ist höchst gefährlich, und da frage ich mich doch, warum man da Schüler wie Ron und Hermine mitgehen lässt. Besteht der Orden des Phönix wirklich nur aus ein paar Erwachsenen und genauso vielen Halbwüchsigen? Na dann gute Nacht.

Severus Snape hatte dem dunklen Lord gesteckt, in welcher Nacht Harry das Dursley-Haus verlassen würde. Woher er das weiß, ist noch unklar. Meine These, er sei in Wirklichkeit ein Spion der guten Seite, gerät damit natürlich ins Wanken, aber ich halte vorerst noch daran fest. Der Orden bekommt mit, dass er verraten worden ist. Man fragt sich nur, von wem. Ich tippe hier auf Kingsley. Warum lässt er den Premierminister allein? Warum unterstellt er jedem, der Verräter zu sein, wird aber selber von niemandem getestet?

Ich trauere um Hedwig, das erste bekannte Opfer dieses Bandes. Mad-Eye war ja schon ziemlich mitgenommen, und einen Tod im Kampf fand er bestimmt auch gut. Allerdings glaube ich erst, dass er tot ist, wenn man seine Leiche gefunden hat. George hat ein Ohr verloren. Ob sein Zwilling sich jetzt auch eines abschlägt?

Fragen über Fragen, auf die es vorläufig keine Antwort gibt. Aber dafür jede Menge Spannung schon auf den ersten 70 Seiten!

Fortsetzung folgt.

Prognosen für Harry Potter VII

Juli 20, 2007

So, morgen ist es soweit. Die Septologie um den kleinen Zauberlehrling geht zuende, und dann haben wir auch wieder alle unsere Ruhe. Bevor das Buch rauskommt, möchte ich noch kurz verkünden, wie ich es mir vorstelle. Und, um es gleich vorweg zu nehmen: Sollte dieses Mal wieder jemand (CARMEN!) das Ende verraten, bevor es gelesen wurde, dann werde ich wirklich ungemütlich. Ungefähr so, wie letztes Jahr, als mein Urlaub zwischenzeitlich gestrichen wurde. 😐

Also, ich denke, das Buch wird sicher mal wieder sehr lang sein. Die Seitenzahl dürfte ja bekannt sein, aber ich kenne die Ausmaße des Buches nicht. Harry hat im sechsten Band angekündigt, die Schule zu schmeißen, um sich ganz der Jagd nach dem, dessen Namen nicht genannt werden darf, hinzugeben. Und er hat auch ein ganz schönes Pensum vor sich, so dass für Wahrsagen und Quidditch keine Zeit bleiben dürfte. Natürlich werden auch Ron und Hermine nicht mehr zur Schule gehen.

Trotz der Begebenheiten im 6. Band glaube ich, dass Severus Snape sich als ein Guter entpuppen wird. Irgendwas muss noch mit ihm sein. Schließlich hat Dumbledore ihm immer blind vertraut, aber nie eine schlüssige Begründung dafür gegeben. Mal sehen, was es mit ihm auf sich hat.

Auch denke ich, dass Draco Malfoy zu den Guten überlaufen wird.

Kreacher, der ekelige Hauself, muss noch eine Rolle spielen. Ansonsten wüsste ich nicht, warum er im 5. Film überhaupt aufgetaucht ist.

Die große Frage: Wer wird sterben? Ich tippe auf Mr. Weasley. Und dann soll ja noch eine zweite Figur ins Gras beißen. Auf keinen Fall Ron oder Hermine, schließlich werden die beiden ein Paar. Und Harry selber – ich weiß nicht. Voldemort muss dran glauben, Wurmschwanz natürlich auch, und irgendwie wird zum Schluss alles gut.

So, und wenn ich in ein paar Wochen das Buch durch habe, werden wir mal sehen, was tatsächlich dabei rauskommt. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf den Schinken. Es hat auch seine guten Seiten, wenn man nichts zu tun hat! 🙂

Die Scheil

Thema Buchbesprechung: François Lelord – Hector und die Entdeckung der Zeit

Juni 24, 2007

Hallo liebe Literaturkritiker!

Ich bin ja nicht gerade dafür bekannt, besonders belesen zu sein, aber ich arbeite daran. Immerhin habe ich dieses Jahr schon 2,5 Bücher gelesen, zuletzt diese Hector-Geschichte. Ich bekam das Buch zu meinem Geburtstag verehrt, und ich kann wohl mit Fug und Recht behaupten, noch nie derartiges gelesen zu haben. Im Klartext: Das Buch ist stark philosophisch geprägt. Hector ist Psychotherapeut und hat mit lauter Leuten zu tun, die sich Gedanken über die Zeit machen. Dabei kommt man auch selber ins Grübeln. Wenn es zum Beispiel heißt, man solle sich mal überlegen, wie viele Hunde man bei einer geschätzten Hundelebenszeit von 15 Jahren noch überleben könnte, kommt einem das eigene Leben doch ganz schön kurz vor. Deshalb hat mich das Buch anfangs etwas deprimiert. Hector geht dann auf große Fahrt, um einen Methusalem zu suchen, und dabei kommt er ganz schön rum.

Das Buch ist leserfreundlich in ganz kurze Kapitel gegliedert. Allerdings springt Hector in der zweiten Hälfte ständig zwischen Erinnerungen, Träumen, Phantasie und der Realität, so dass man am Besten alles in einem Schwung lesen sollte, um da ständig durchzusteigen.

Für mich war das Buch mal eine ganz andere Form der Unterhaltung fern ab von Harry Potter und Dan Brown, und ich brauchte etwas, um richtig reinzukommen. Unter dem Strich aber durchaus lesenswert. Regt zum Nachdenken an.

Die Scheil