Vorsicht, Wildwechsel! Oder: Deine braunen Augen machen mich so sentimental.

… am sechsten Tage starb das Reh.

Wenn man Leute mit Wildunfallerfahrung fragt, wie sich der Vorfall zugetragen habe, dann bekommt man in der Regel eine dieser zwei Antworten:

Antwort 1: „Plötzlich lief das Viech wie aus dem Nichts über die Fahrbahn.“

Antwort 2: „Urplötzlich stand das Viech wie aus dem Nichts auf der Fahrbahn.“

Jedenfalls waren wir mal wieder auf Ostentour. Dort wollten wir einen Feiertag und noch ein paar Brückentage verbringen. Der Gigolo, M.A., ich und erstmals auch Lew-Easy. Total gewieft traten wir die Reise noch am Vortag des Feiertages an. Ähnliche Gerissenheit mussten wir allerdings annähernd der halben Republik attestieren. Der Herr selbstverständlich am Steuer, wir drei Damen vom Grill auf den billigen Plätzen. Ein echter Vorzug des Dacia Duster: Ein Kindersitz, ein Maxi Cosy und eine Else mit Schwangerschaftsrestspeck passen nebeneinander auf die Rückbank!

Die zurückzulegende Strecke betrug etwa 470 km. Nach einem frühen Feierabend ging’s los. 445 km Strecke, 17 km Stau, 4 Pinkelpausen und 8 Stunden später war die Ostentour zur Ochsentour verkommen. Nun wähnten wir unser Ziel in nahezu fußläufiger Nähe, als der Ochs zum Reh wurde und folgendes passierte:

Urplötzlich stand das Viech wie aus dem Nichts auf der Fahrbahn! So zumindest meine Erinnerung. Mag sein, dass der Gigolo eher berichten würde, das Viech sei plötzlich aus dem Nichts über die Fahrbahn gelaufen. Jedenfalls rumpelte es gewaltig. Dem Gigolo und mir steckte der Schreck in den Knochen, aber keine Verletzung. M.A. und Lew-Easy hatten den Vorfall sogar quasi verschlafen. Der Gigolo stieg mit bedingt kleidsamer Warnweste aus und begutachtete im Dunkeln die Situation. Vom Reh keine Spur, und der Blechschaden am sechs Tage alten Kfz hielt sich wohl in Grenzen. Dann der Notruf – abgesetzt mit unterm Kinn klebenden Mobiltelefon, da sich der Aufbau des Warndreiecks mit einer Hand als übergroße Herausforderung entpuppte – : „Hallo Polizei? Wir haben ein Reh überfahren.“ – „Wo sind Sie denn?“ – „Auf der Landstraße nach C, irgendwo im Nirgendwo.“ – „Irgendwo im Nirgendwo? Aha, also ca. 400m vor der thüringischen Grenze. Die Kollegen fahren gleich los!“

Eine weitere Stunde später trafen die Freunde und Helfer ein, nahmen den Schaden auf und ließen uns passieren. Leider stellten sie auch fest, dass das Viech in die ewigen Jagdgründe eingegangen war. Und wir zogen von Dannen, um nach insgesamt 9 1/2 Stunden unser Ziel zu erreichen.

Ich denke, nächstes Mal fahren wir direkt am Feiertag, und zwar hin und auch gleich wieder zurück. Das kann ja kaum länger dauern.

Die Scheil

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