Archive for Juli 2010

Literatur: Ein Amerikanischer Thriller (James Ellroy)

Juli 31, 2010

Für wahr, ein außergewöhnliches Buch.

Der Autor beschreibt auf 100 Kapiteln die US-amerikanische Geschichte von Castro auf Kuba bis Kennedy in Dallas. Dabei wird Historie auf eine so geschickte Art und Weise mit Fiktion verknüpft, dass man zeitweise nahezu den Überblick verlieren kann, was wirklich war und was nicht. Wie eine logische Konsequenz steht am Ende die Ermordung des Präsidenten. Wer es war? Exilkubaner, die Mafia, die CIA. Alle zusammen.

Neben Persönlichkeiten wie John F. Kennedy, Joe Kennedy, Robert F. Kennedy, Howard Hughes und J. Edgar Hoover spielen zwei FBI-Agenten die entscheidenden Rollen. Zu Beginn des Buches stehen beide beruflich und gesellschaftlich etwa auf der gleichen Ebene. Im Laufe der Jahre strauchelt der eine, wird Alkoholiker und verliert Job und Familie. Der andere hingegen steigt auf und träumt davon, ein Kennedy zu werden. Irgendwann kippt diese Entwicklung. Der Verlierer rappelt sich wieder auf , lässt den Schnaps beiseite und findet wieder ins Leben zurück. Der Gewinner aber muss sich zwischen Liebe und Karriere entscheiden, nimmt das falsche und außerdem zu viele Drogen. Der Abstieg ist vorprogrammiert. Zum Ende des Buches wird der eine den anderen töten.

Thema töten: Getötet wird sehr viel in diesem Buch. Die beschriebenen mafiösen Strukturen verlangen einfach, dass regelmäßig Leute aus dem Weg geräumt werden müssen. An diesen Stellen bekommt das Buch eine besondere Qualität. Ellroy beschreibt betont sachlich und ohne jede Ausschmückungen Folter und Mord. Die Phantasie des Lesers kann gar nicht anders als sich die scheußlichsten Dinge auszumalen.

Das Buch zeichnet sich durch eine recht derbe Sprache aus – Kompliment an die Übersetzung. Es tauchen ziemlich viele Schwuchteln, Schwanzlutscher und Wichser auf. Der allgemeine Homosexuellenhass, der ständig präsent ist, spiegelt wohl den Zeitgeist der 1950er und 1960er wider. Prekär wird es, wenn Prominente damit in Verbindung gebracht werden.

Das Buch ist überaus unsympathisch. Ungefähr in der Mitte habe ich überlegt, es nicht zuende zu lesen. Ich hab’s dann aber doch gemacht und bin eigentlich auch ganz froh darüber. Den Fortsetzungsband, in dem es um Martin Luther King geht, habe ich derzeit in der Mangel.

Tja, kann man das Buch empfehlen? Ich weiß auch nicht!

Die Scheil *hin- und hergerissen*

Advertisements

Time to say goodbye

Juli 14, 2010

Vor Monaten lag mir der Gigolo in den Ohren: „Scheilo, was meinst Du, wollen wir nicht Deinen kleinen Flitzer in autoscooter-blau verkaufen?“ – „Hm, joah, mal sehen, ähm, hm, hm, mal sehen…“

Ich habe gezögert, ich habe herumgedruckst. Ich habe den Gigolo hingehalten. Ich habe mich nicht ausgekäst. Ich hab’s ausgesessen. Bis mir schlagartig bewusst wurde: Ich war noch nicht bereit, mich zu trennen. Und damit war die Sache vom Tisch.

Mittlerweile hat mich aber die grausame Realität eingeholt:

Tja, hier war nicht nur der Lack ab! Deshalb hieß es Abschied nehmen vom kleinen Flitzer in autoscooter-blau.

Die Scheil *schnief*