Archive for August 2008

Die Rückkehr der „Freiheit“: Curse und Westernhagen *schüttel*

August 27, 2008

Marius Müller-Westernhagen, der Held meiner Jugend. Ihm habe ich meines erstes Konzerterlebnis geschenkt – damals, ’91 in der Weser-Ems-Halle Oldenburg, als wir mitten im September „Stille Nacht“ gesungen haben. Wozu man so eine hörige Masse doch alles bewegen kann. Ihm habe ich mein Taschengeld geopfert und bin heute stolze Besitzerin diverser CDs.

Was passierte dann? Wir wurden beide älter. Seine Musik hat sich weiterentwickelt, mein Geschmack leider kaum. Und so kam es, wie es kommen musste: Radio Maria war meine letzte Platte, die ich gekauft habe. Allerdings war ich auch bei der zugehörigen Tournee, unser Abschiedskonzert sozusagen. Und hätte Marius sich in der Folge nicht zunehmend als vergeistigter Künstler in der Öffentlichkeit geriert, er wäre heute noch mein Held. Ist er aber leider nicht mehr. Scheilo the fan ist irgendwo zwischen „Oh Margarethe, gib mir die Knete“ und „Wenn Du nach Streit suchst, dann bist Du hier richtig“ verloren gegangen.

Jetzt neulich im Radio. Die Neuauflage von „Freiheit“. Gehörte nie zu meinen Lieblingsliedern, ist aber ohne Frage ein großes Werk der Zeitgeschichte. Ich weiß nicht, was Marius geritten hat, dem sogenannten Rapper Curse diesen Song anzuvertrauen und dann auch noch selber mit ihm ins Studio zu gehen und die markantesten Stellen neu einzusingen!

Der Mann am Sprech“gesang“ kennt kein Versmaß, keinen Reim, keinen Rhythmus und spricht mit einem undefinierbaren Akzent. „Freiheit muss man ausatmen“ – okay, das hat noch was, wenn man es denn auch richtig verstehen würde. Ansonsten reiht sich Allgemeinplatz an Allgemeinplatz. Kostprobe: „Freiheit, das bedeutet auch, dass meine Freiheit da endet, wo die eines anderen beginnt.“ Besten Dank, Staatsrecht 1. Semester. Wer es schafft, dieses Zitat rhythmisch im 4/4Takt zu sprechen, gewinnt einen Gummipunkt. Der Interpret jedenfalls kann es nicht.

Was wurde nur aus „Ich würd mich für Dich erhängen, und ich würd vom Hochhaus springen“? Will Marius jetzt wirklich „zurück auf die Straße; will wieder singen, nicht schön, sondern geil und laut“? Das würde ich eigentlich sehr begrüßen, doch steht bei diesem „Werk“ der Aspekt „nicht schön“ leider viel zu sehr im Vordergrund.

Die Scheil

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Heide Park-Fans: Aufgepasst!

August 17, 2008

Ich war gestern im Heid Park Soltau, hatte dem Gigolo einen Besuch dort geschenkt. Dann die super Überraschung: Der Heide Park feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen, und deshalb können alle 30jährigen im August umsonst rein! Da habe ich mal locker 31,50 Euro gespart!

Was für ein kostengünstiges Geschenk…

Scheilo

Kino: Hancock

August 7, 2008

Bei meinem letzten (bzw. vorletzten) Kinobesuch habe ich eine Vorschau für Hancock gesehen, die mich total begeistert hat. Dann habe ich im Fernsehen ein paar Ausschnitte gesehen, die ich eher lau fand. Also musste ich mal genauer nachforschen, was es mit diesem Film auf sich hat.

Hab ich getan und bin ins Kino.

Hancock ist eine Komödie, eigentlich keine Action-Komödie, obwohl Hancock ein Actionheld ist. Das heißt, eigentlich ist er eher ein Antiheld. Hancock rettet zwar Menschenleben, richtet dabei aber dermaßen große Sachschäden an, dass die ganze Stadt ihn hasst und für ein „Arschloch“ hält. Also ertränkt er sein gekränktes Selbst in Alkohol, schläft tagsüber auf Parkbänken und geht dadurch allen nur noch mehr auf den Geist. Bis er eines Tages einen Image-Berater trifft, der ihm Benimm beibringt und ihn bei den Leuten beliebt macht. Hancock wird zu Superman, alle verehren ihn.

Wenn da nur nicht die Frau des Image-Beraters wäre. Zwischen ihr und Hancock ist irgend etwas. Und während man als Zuschauer noch hofft, dass der nette Image-Berater nicht betrogen wird, stellt sich heraus:

Achtung, jetzt kommt der Clou des Films

Auch seine Gattin ist eine Superheldin und vor tausenden von Jahren als Gefährtin von Hancock geschaffen worden.

Am Ende des Films bleibt alles beim Alten: Image-Berater und Superfrau bleiben ein Paar, und Hancock bleibt der einzige offizielle Superheld.

Das alles gewürzt mit tollen Gags ist es seichte, aber gute Unterhaltung!

Fazit: Kinobesuch lohnt sich!

Die Scheil

Formel 1: Rennen auf dem Hockenheimring – Fortsetzung

August 6, 2008

Also wie gesagt, wir auf dem Weg zur Spitzkehre. Interessanterweise muss man seine Eintrittskarte eigentlich nur einmal vorzeigen, und zwar direkt am Eingang. Ab dann könnte man es sich bei der Parabolica gemütlich machen. Die Stehplatztribühne an der Spitzkehre ist dann aber doch noch abgeriegelt, und da muss man dann wieder Farbe bekennen.

Als wir angekommen sind, war die Tribüne schon ziemlich voll. Wir haben uns dann quasi vor die Tribüne auf den Rasen gestellt. Thema gestellt: In regelmäßigen Abständen werden die Leute auf der Tribüne per Durchsage „gebeten“, sich doch bitte hinzustellen, schließlich sei man nicht auf einem Sitzplatz. Der Platz würde sonst nicht reichen und so. Aha. Dass die Stehplätze wesentlich günstiger sind als die anderen Karten, hat damit selbstredend nichts zu tun…

Thema Durchsagen: Beim Live-Rennen kommt man in den Genuss eines dreisprachigen Kommentatorenteams. Bei der Lautstärke dort bekommt man davon natürlich nicht allzu viel mit, aber besser als das Geschwafel von Heiko Wasser und Christian Danner ist es allemal.

Thema Geschwafel: Vor Rennbeginn hielt der Chef des ADAC eine Rede, die so „flammend“ – Achtung: Ironie! – war, dass wohl jeder auf dem Platz den Rennbeginn nur noch mehr herbeigesehnt hat. Danach ging es nicht besser weiter. Gotthilf Fischer war da, um mit allen Fans die Nationalhymne zu singen. Und das lief so: Nachdem es schon mehrfach per Durchsage angekündigt wurde, dröhnte plötzlich Fischers Stimme aus den Lautsprechern: „Ihr seid der größte Fischerchor der Welt!“ Genau, und ich bin der König der Welt. Jedenfalls erklang dann eine volksmusikartige Aufnahme der Hymne, was ansatzweise grauenvoll war. Mitgesungen hat überhaupt keiner, und die Stimmung war soweit runter, dass man selbst für Kai Ebel in diesem Moment dankbar gewesen wäre. Zum Glück ging’s dann auch schon los.

Kurz vor dem Rennen haben sich einige ehemalige Fahrer (unter anderem besagter Christian Danner) in historischen BMW-Rennwagen eine Spritztour geliefert, danach kam die Fahrerparade. Und wenn man einem Fahrer angesehen hat, dass er auf diesen ganzen Medienzirkus keinen Bock hat, dann war es der Weltmeister Kimi persönlich. Während alle anderen Fahrer in ihren Cabrios auf den Rücksitzlehnen saßen und man sie richtig gut sehen konnte, hat Herr Raikkönen es sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht. Auch bei seinem Auto saß einer hintern auf der Lehne – wer das war? Keine Ahnung.

Das Rennen an sich ist ein Erlebnis! Man ist so direkt dabei! Die Spitzkehre kann ich voll empfehlen. Dort bremsen die Autos von 310km/h auf 50km/h herunter, und man kann sie tatsächlich mit bloßem Auge vorbeifahren sehen! Außerdem wird dort gerne überholt, und so konnten wir hautnah beobachten, wie Fernando der Unsympath Alonso von Hamilton überholt wurde. Auch Jenson Button werde ich wohl nie wieder so nah kommen… Leider war ich zwischenzeitlich verwirrt. Button fuhr auf 2! Dass er überrundet war, hatte ich nicht mitbekommen.

Um uns rum nur polnische Fans. Immer, wenn Kubica vorbeifuhr, zeigte der eine mit seinem Zeigefinger auf das Auto. Ein anderer telefonierte während des Rennens immer mal wieder. Keine Ahnung, ob der sich wirklich unterhalten konnte, ist doch recht laut da.

Nach dem Rennen durfte man auf die Strecke. Sehr toll! Dann ging es mit dem Shuttle-Bus zurück zum Auto, wobei der Gigolo zwei Busse vor mir mitgekommen ist. Ich passte nicht mehr rein und habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Ahnung davon bekommen, wie es immer wieder passiert, dass Leute zu Tode gequetscht werden.

Davon mal abgesehen ein riesiger Tag!

Die Scheil