Archive for März 2008

Selbstversuch: Kann man eigentlich…

März 23, 2008

…eine Spülmaschine mit Geschirrspülmittel befüllen?

Diese Frage stellte sich mir heute. Ich weile gerade mit momentan sieben weiteren Zwergen im Land der Dänen. Jeder von uns hatte mehr oder weniger den halben Hausstand im Gepäck, nur an Geschirrspültabs hat keiner gedacht. Wäre eigentlich in mein Ressort gefallen. Nun hat natürlich keiner Lust, den Abwasch von 8 Personen zu machen, also haben wir in das kleine Fach der Geschirrspülmaschine mal ein bisschen Pril geschüttet.

Soweit, so gut! Lange Zeit ist nichts verdächtiges passiert, bis mir plötzlich bei einem Blick auf den Küchenboden das Blut in den Adern gefror: Schaum quoll aus dem Apparat! Da kommen einem Assoziationen von Lochfraß… Es hatte sich bereits eine ansehnliche Pfütze gebildet, die wir schleunigst aufwischten. Es kam zwar noch Schaum nach, aber die erste Schweinerei war gut behoben. Natürlich haben wir die Maschine zuende arbeiten lassen – schließlich kann das Geschirr ja nicht schlechter rauskommen, als es hineingelegt wurde.

Das Ergebnis war dann doch überraschend gut: Alles blitzeblank sauber, und vor allem kein Schaum mehr in der Maschine! Wir werden das wohl für den Rest des Urlaubs beibehalten, nur müssen wir offensichtlich noch an der Dosierung arbeiten… 🙂

Die Scheil

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Formel 1 Saison 2008, Auftaktrennen

März 21, 2008

Die Formel 1 rollt endlich wieder, und wie! Das erste Rennen lässt hoffen.

Es gab Zeiten, in denen habe ich ein Rennen ausgeschaltet, wenn mein persönlicher Langzeitfavorit Jenson Button ausgeschieden ist, da der Rest eh uninteressant war. Letzten Sonntag – was war das denn? Den Start hatte ich knapp verschlafen. Als ich es in Runde 2 vor die Glotze geschafft hatte, durfte ich als erstes miterleben, wie Uns Jenson sein Cockpit verlies. Die Saison fängt ja gut an! 😦

Zum Glück war ich einigermaßen wach, sodass es sich nicht gelohnt hätte, wieder ins Bett zu gehen. Der Rest des Rennens war nämlich mehr als unterhaltsam. Die Fahrer spielten „22 kleine Afroamerikaner“ und ließen es sich nicht nehmen, ein Rennen zu veranstalten, das wohl in die Sportgeschichte eingehen könnte. Schließlich hat gerade mal 1/3 das Ziel erreicht. Den kühlen Weltmeister Kimi R. fegte es gleich mehrfach von der Bahn, und so manchem Konkurrenten ging auch die Straße aus. Daneben die üblichen technischen Defekte.

Was war da los? Wie in jeder neuen Saison wartet die Formel 1 mit neuen, teilweise sinnentleerten Regularien auf. In diesem Jahr hat man sich entschlossen, die Traktionskontrolle, die ein Durchdrehen der Räder verhindert, abzuschaffen. Der Große Preis von Australien war ein deutlicher Hinweis darauf, dass kaum ein Fahrer (vielleicht noch mit Ausnahme von Quick-ich-habe-kein-Charisma-Nick Heidfeld) sein Auto unter diesen Bedingungen richtig beherrschen kann. Den armen Timo Glock, der eh kaum Rennerfahrung hat, hat’s auf ein Rasenstück gerissen, wo er sich wegen der wirklich unglaublich schäbig ausgebauten Strecke fast überschlug und im Bruchteil seines Autos schließlich an einer Mauer zum Stehen kam. Muss sowas denn sein?

Davon abgesehen verheißt diese Saison endlich mal wieder richtige Spannung!

Die Scheil

„Literatur“kritik: Spiel des Schicksals (Barbara Wood)

März 16, 2008

Warnung, Warnung vor dem Buche!

Dieses Buch (auch bekannt unter den etwas weniger schnulzigen Titel „Das Geheimnis der Pyramiden“) ist wirklich das Allerletzte. Zu meiner Entschuldigung kann ich anführen, dass ich es vor Jahren von einer wohlwollenden Buchladenangestellten geschenkt bekommen habe. Schließlich ist es – warum auch immer – ein absoluter Bestseller.

Ich denke, ein Arztroman oder die Neue Post können nicht schlimmer sein.

Da haben wir eine Krankenschwester, die seit Jahren allein lebt, sich irgendwie zum Chefarzt hingezogen fühlt, sich aber nicht binden will. Zu ihrer Schwester hat sie seit Jahren kaum noch Kontakt. Da ruft diese plötzlich und unerwartet an, redet unverständliches Zeug, und unsere Krankenhausbedienstete macht sich auf die Suche nach der besagten Blutsverwandten. Sie reist von Amerika nach Europa und nach Afrika (oder umgekehrt), wird in eine zwielichtige Sache verwickelt und von Vermutungen geplagt: „Ist meine Schwester etwa kriminell geworden?“ Auf ihrer aufregenden Suche wird sie von einem Amerikaner, den sie zufällig kennengelernt hat, beschützt. Und dann ist da ein zwielichtiger Araber. Nachdem sie eine leidenschaftliche Nacht mit ihrem Landsmann verbracht hat, entpuppt er sich urplötzlich als Bösewicht, und der Araber ist natürlich eigentlich ein Guter, in dem sie durch die Irrungen und Wirrungen dieser Schmonzette ihren Partner für’s Leben entdeckt.

Ich habe mich selten so sehr über ein Buch geärgert. Dass die Hauptdarstellerin die Charaktere der beiden Männer falsch einschätzt, ist von Anfang an ziemlich offensichtlich. Keine Überraschungen, alles recht vorhersehbar.

Tipp: Finger weg!

Die Scheil

Kinotipp: 8 Blickwinkel

März 13, 2008

Action, Action, Action! 

Ein Attentat! Auf eine Anti-Terror-Kundgebung von 150 Staatsoberhäuptern, welch kühnes Unterfangen. Es knallt, der Präsident der Vereinigten Staaten geht zu Boden, ein Podium fliegt in die Luft. Was ist da passiert?

Der absolut tolle Film „8 Blickwinkel“ geht dieser Frage nach, indem er in Tod-eines-Schülers-Manier verschiedene Perspektiven beleuchtet. Da ist zum einen der traumageschüttelte nervöse Personenschützer, gespielt von Dennis Quaid. Dann gibt es da natürlich den Präsidenten, der mitansehen muss, wie er selbst bzw. sein Doppelgänger vor laufenden Kameras umgeschossen wird. Forest „König von Schottland“ Whitaker gibt den begeisterten Touri, der alles mit seiner Kamera festhalten muss. Und auch Matthew „Lost-Jack“ Fox macht sogar ohne Dschungel, Grünzeug und die nervige Sommersprosse eine sehr gute Figur.

Mehrfach werden die gleichen 23 Minuten gezeigt und wie die Figuren sie persönlich erlebt haben. Anfangs ist man noch ziemlich planlos im Film, aber von Perspektive zu Perspektive kommen immer weitere Fakten hinzu, bis man schließlich dahinter kommt, wer das alles angezettelt hat.

Am Ende des Films steht nach einer haarsträubenden Verfolgungsjagd durch den Stadtverkehr von Salamanca eine Erkenntnis: Der wahre Held ist doch immer der einfache Amerikaner.

Und der Secret Service, natürlich.

Endlich mal wieder ein Film, der von Anfang bis Ende stimmig war und nicht an irgendeiner Stelle genervt hat.

Die Scheil

Scheilo & Friends: Der Gigolo im OPUS®-Interview

März 9, 2008

Wer kennt es nicht, das OPUS® -Interview? Ich zum Beispiel. Der Gigolo gehört zu jenem privilegierten Kreis, der schon einmal an dieser Form des Bewerbungsgesprächs teilnehmen durfte. Was da los ist? Ich bin gespannt!

Gigolo says:

OPUS® ist eine Methode zur Potentialanalyse. Während die meisten Vorstellungsgespräche die Vergangenheit des Bewerbers beleuchten, um daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen, soll das OPUS® – Interview dazu dienen, das Potential des Kandidaten zu ermitteln, um auf diese Weise eine „echte“ Zukunftsprognose zu entwickeln.

 

Das OPUS® – Interview, wie ich es erlebt habe, dauerte etwa drei etwa Stunden. Ich war der einzige Kandidat, und es gab auch nur eine Person, die mir Fragen stellte. Das Interview bestand aus zwei Teilen, einem Denk- und einem Handlungsabschnitt. Fachwissen war nicht im Ansatz gefragt. Vielmehr hatte ich mich mit Themen auseinander zu setzen, die ganz bewusst fachfremd gewählt waren. Ziel des Interviewers war es, mein Denken und Verhalten bezogen auf konkrete Situationen und Probleme zu untersuchen.

 

Im Denkabschnitt wurde ich mit einem kurzen Text zum Bevölkerungswandel in Deutschland konfrontiert, der dazu wichtige Informationen enthielt. 20 Minuten lang konnte ich mir meine Gedanken zum Thema machen, dann begann das Interview. Dabei wurden mir Fragen zum Text gestellt und ich sollte Ursachen, Wirkungen, Wechselwirkungen und Lösungsansätze aufzeigen. Eines war dem Text zu entnehmen (Analyse), vieles habe ich aber selber erörtert. Soll heißen: Ein gutes Allgemeinwissen schadet nicht komplett.

 

Nach einer kurzen Pause (Kekse, Saft, Wasser, Tee, Kaffee standen auch während des Interviews zur Verfügung) ging es mit dem Handlungsabschnitt weiter. Das funktionierte ähnlich einem Rollenspiel, ein Minimum an schauspielerischer Begeisterung ist also durchaus nicht nachteilig. Ich bekam eine Rolle (in einem Museum; wie gut, dass ich schon mal in einem gewesen bin) zugeteilt, auf Karteikarten standen verschiedene Situationen beschrieben und ich musste dem Interviewer sodann erklären, wie ich in der Situation/auf das Problem reagiere. Nach und nach wurden die Aufgaben komplexer. Besonders herausfordernd wurde es aber, als der Interviewer selbst erst eine, dann mehrere Rollen übernahmen und mein(e) Gegenüber spielte. Mal eine unsichere, besorgte, weinerliche Mitarbeiterin, mal von meinem Führungsstil enttäuschte Mitarbeiter, die mich z.T. verbal hart und persönlich angriffen, zum Schluss Förderer und Politiker, die mir Druck machten bis zur Drohung, meine Stelle nicht zu verlängern. Situationen, mit denen ich bislang eher selten konfrontiert war. Aber genau darum geht es ja schließlich beim OPUS® – Interview: das Potential für den Umgang mit schwierigen Situationen abzuschätzen.

 

Nach dem Interview gab es eine kurze Auswertung. Ich fand es sehr gut, auf die Stärken und Schwächen hingewiesen worden zu sein.

 

Mein Resümee: sehr interessante Sache, bringt einem selber etwas.

Reisebericht: USA – Teil VI: „Will you …?“ (Hochzeit auf USAnisch)

März 4, 2008

Nach langer Zeit komme ich wieder dazu, von der USA-Reise zu berichten.

Kurz zur Erinnerung: San-Francisco-Stefan hatte zur Hochzeit mit seiner Rose geladen. Nach einer ausgiebigen Shopping-Tour, bei der mir der Gigolo meine ersten und bisher einzigen Stöckelschuhe aufgeschwatzt hatte, kamen wir gerade noch rechtzeitig zur Hochzeitsprobe in die riesengroße und sehr schöne Kathedrale. Dort gab es ein großes Hallo mit SF-Stefan nebst bisher unbekannter Rose sowie mit Bern-Heike und dem zugehörigen Klaus. Wir hatten uns mindestens 3,5 Jahre nicht mehr gesehen und doch wiedererkannt! So eine Hochzeitsprobe hat schon was. Die Beteiligten schreiten würdevoll durchs Kirchenschiff, und man kann die ganze Zeremonie einschließlich des Ansteckens imaginärer Ringe schon mal in Ruhe mitmachen. Und nicht vergessen, an der richtigen Stelle „We do“ zu sagen!

Danach ging es mit der ganzen Mannschaft in ein tolles Lokal: Das Matterhorn, ein schweizer Restaurant mitten in San Francisco. Dort gab es deutschsprachige Bedienung und dreierlei Fondues. Super!

Am nächsten Tag wurde es dann ernst. Erst für SF-Stefan und seine Rose, die aber gut aufgepasst und bei der Zeremonie alles richtig gemacht haben, und dann für mich. Die neuen Schuhe! Beim Gehen haben ich mich nicht ganz so angestellt wie die Anwärterinnen bei Germany’s next Topmodel, aber diese Schmerzen! Beim Hochzeitsempfang in gepflegtem Ambiente (mit Frankfurter Würstchen!), den das Brautpaar mit einem Wiener Walzer der besonderen Art eröffnete, war ich froh über jeden Stuhl, der mir über den Weg lief. Außerdem hatte weder mir noch Bern-Heike jemand gesteckt, dass Frau auf einer amerikanischen Hochzeit in schwarz aufzutreten hat. Daher stechen wir in knallrot respektive blau jetzt für immer von den Hochzeitsfotos deutlich hervor…

Dann, es war so gegen 20 Uhr, hörte ich jemanden am Telefon: „Jaja, ich komm gleich nach Hause. Die schneiden gleich die Torte an, und dann gehe ich.“ Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Was waren das denn für Sitten? Dann kam auch tatsächlich die Torte, und eine halbe Stunde später ging besagte Telefonperson. Und nicht nur sie, irgendwie gingen fast alle! Zweite Neuigkeit an diesem Tag: Das macht man in Amerika so. Aha. Da ich aber hart an der Bekämpfung des Jetleg gearbeitet hatte, lies ich es mir nicht nehmen, noch bis 22:30 Uhr trotz der Schuhe die Tanzfläche zu bevölkern. Als wir dann gingen, gehörten wir auch wirklich zu den letzten.

Bleibt noch zu berichten, dass Klaus das Strumpfband gefangen und mittlerweile Bern-Heike in den Hafen der Ehe geführt hat.

Die Scheil