Endlich sacht’s mal einer… (Jura von seiner schlechtesten Seite)

Neulich bei Spiegel online:

„Mit allem hatte er gerechnet. Nur nicht damit. Nils, 28, war Referendar am Kammergericht in Berlin und machte gerade Urlaub in Thailand, als er erfuhr, dass er durchgefallen war. „Es war grauenhaft“, erzählt er, „ich saß allein in einem Internetcafé mitten in Bangkok und konnte es nicht glauben.“

Dabei steuerte der bis dahin erfolgsverwöhnte Jurist eigentlich auf Erfolgskurs. Eine internationale Großkanzlei aus Singapur hatte ihm ein Angebot gemacht. Und das musste er nun ausschlagen. Den Rest der Nacht zog er dann durch Bangkoks Bars: „Ich wollte einfach nicht mehr an die Sache denken. Also war erst mal Party angesagt.“

Wahrscheinlich war er nicht der einzige, der in jenen Tagen versuchte, seinen Kummer im Alkohol zu ertränken. Denn das zweite juristische Staatsexamen gilt als eine der schwierigsten Prüfungen der Welt. Gut jeder fünfte Referendar scheitert im ersten Anlauf. So legten im Jahre 2006 in Berlin 752 Kandidaten die Prüfung ab, nur 569 kamen durch. Noch schlimmer das Bild in Sachsen-Anhalt – „leider nicht bestanden“ hieß es für 35 von nur 124 Kandidaten.

(…)“

Mehr dazu unter http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,504946,00.html

Gruß, Scheilo

2 Antworten to “Endlich sacht’s mal einer… (Jura von seiner schlechtesten Seite)”

  1. Bernie Says:

    Die Geschichte hat allerdings ein Happy-End:

    …im zweiten Anlauf bestand der Berliner, und zwar mit Bravour. Ihm gelang ein Prädikatsexamen, das es für die Noten „voll befriedigend“, „gut“ oder (extrem selten“ „sehr gut“) gibt – für Juristen das Maß aller Dinge.

    Ich verstehe nicht so ganz, warum SPON das 2. Staatsexamen als „eine der schwierigsten Prüfungen der Welt“ bezeichnet, wenn nur 20 % durchfallen. Man vergleiche das mal mit gewissen Staatsrechtsklausuren (30 %), dem Steuerberaterexamen (50 %) oder dem Finale von „Germany’s Next Topmodel“ (91,66 %).

  2. Carmi Says:

    … der Vollständigkeit halber laut fazjobnet:

    Die Fluggesellschaften brauchen schiere Bewerbermasse, damit sie ihren Bedarf decken können. Denn die Durchfallquote in den Einstellungstests ist hoch: Rund 93 Prozent der Bewerber, die sich dem Test der Lufthansa stellen, bestehen ihn nicht. Das gilt damals wie heute, auch der unterkühlt wirkende DC-10-Kapitän von einst sollte recht behalten: Aus unserem Kurs mit 40 jungen Männern und Frauen wurden drei in die Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer übernommen.

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