Archive for Juli 2007

Es wird Regen geben

Juli 27, 2007

„Ich muss durch den Monsun, tralalala, la lalalala, bis kein Regen mehr fällt…“.

Echt Leute, sowas habe ich ja noch nie erlebt. Da war ich einigermaßen froh, die ultratrockene Lausitz, in der es letzten Sommer zwei Monate lang nicht geregnet hat, hinter mir zu lassen, und habe den Regen hier an der Küste anfänglich sehr genossen, aber so langsam könnte sich der Sommer auch mal blicken lassen! Als mich gestern die Friddrisch fragte, wie es denn so wäre im Strandkorb, musste ich leider vermelden, dass es seit vier Wochen jeden Tag regnet. Und wenn ich von Regen spreche, dann meine ich nicht so ein paar alberne Tropfen, sondern richtige Güsse. Die werden zum Glück von Sonnenschein unterbrochen, so dass es eigentlich trotzdem ganz schön ist, aber etwas mehr Sonne könnte ich schon vertragen. Unsere Balkonpflanzen sind buchstäblich ersoffen. Nachts liege ich dann wach im Bett und kann vor lauter Regen kaum noch meinem Hörspiel folgen. Statt dessen schleichen sich Tokio Hotel in mein Hirn, und das ist doch wohl wirklich keinem zu wünschen! 🙂

Die Scheil

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Prognosen für Harry Potter VII

Juli 20, 2007

So, morgen ist es soweit. Die Septologie um den kleinen Zauberlehrling geht zuende, und dann haben wir auch wieder alle unsere Ruhe. Bevor das Buch rauskommt, möchte ich noch kurz verkünden, wie ich es mir vorstelle. Und, um es gleich vorweg zu nehmen: Sollte dieses Mal wieder jemand (CARMEN!) das Ende verraten, bevor es gelesen wurde, dann werde ich wirklich ungemütlich. Ungefähr so, wie letztes Jahr, als mein Urlaub zwischenzeitlich gestrichen wurde. 😐

Also, ich denke, das Buch wird sicher mal wieder sehr lang sein. Die Seitenzahl dürfte ja bekannt sein, aber ich kenne die Ausmaße des Buches nicht. Harry hat im sechsten Band angekündigt, die Schule zu schmeißen, um sich ganz der Jagd nach dem, dessen Namen nicht genannt werden darf, hinzugeben. Und er hat auch ein ganz schönes Pensum vor sich, so dass für Wahrsagen und Quidditch keine Zeit bleiben dürfte. Natürlich werden auch Ron und Hermine nicht mehr zur Schule gehen.

Trotz der Begebenheiten im 6. Band glaube ich, dass Severus Snape sich als ein Guter entpuppen wird. Irgendwas muss noch mit ihm sein. Schließlich hat Dumbledore ihm immer blind vertraut, aber nie eine schlüssige Begründung dafür gegeben. Mal sehen, was es mit ihm auf sich hat.

Auch denke ich, dass Draco Malfoy zu den Guten überlaufen wird.

Kreacher, der ekelige Hauself, muss noch eine Rolle spielen. Ansonsten wüsste ich nicht, warum er im 5. Film überhaupt aufgetaucht ist.

Die große Frage: Wer wird sterben? Ich tippe auf Mr. Weasley. Und dann soll ja noch eine zweite Figur ins Gras beißen. Auf keinen Fall Ron oder Hermine, schließlich werden die beiden ein Paar. Und Harry selber – ich weiß nicht. Voldemort muss dran glauben, Wurmschwanz natürlich auch, und irgendwie wird zum Schluss alles gut.

So, und wenn ich in ein paar Wochen das Buch durch habe, werden wir mal sehen, was tatsächlich dabei rauskommt. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf den Schinken. Es hat auch seine guten Seiten, wenn man nichts zu tun hat! 🙂

Die Scheil

Rubrik Reisebereicht: USA – Teil IV: Cool waters und Sequoia! (Yosemite)

Juli 19, 2007

Nachdem wir in einem kleinen schnuckeligen Motel in Panamint Springs übernachtet hatten, ging es weiter Richtung Yosemite Nationalpark. In den Wintermonaten ist der Tioga-Pass, der relativ direkt vom Death Valley über die Berge zum Park führt, gesperrt, wobei Winter auch schon mal Juni bedeuten kann. Da muss man sich unbedingt vorher informieren. Der Umweg außen rum beträgt nämlich etliche Stunden und hunderte Kilometer mehr. Wir haben jedenfalls einen ganzen Tag für die Fahrt gebraucht. Abends angekommen in der Yosemite View Lodge wurden wir von einem Waschbären begrüßt, der mal eben den Hotelmüll durchsuchte. Ist schon komisch, wenn man so plötzlich neben einem wilden Tier steht. Ach, da vergesse ich wohl, dass wir auf dem Weg in den Nationalpark in der Dunkelheit um ein Haar mit einem mutmaßlichen Hirsch kollidiert wären. Das war knapp, und so ein Geweih möchte ich wirklich nicht im Pontiac haben. Im Winter besteht übrigens Schneekettenpflicht im Park, die kann man am Eingang mieten.

Wir sind am nächsten Morgen mit dem Auto bis vor die Eingangssperre gefahren, haben uns die Schneeketten geschenkt und sind per pedes weiter. Geht wunderbar, zumal es auch Shuttle-Busse für lau im Park gibt, die einen zu den besten Punkten fahren. Ein Highlight des Parks sind die zweithöchsten Wasserfälle der USA, die man aber nur im Winter so richtig bestaunen kann, da sie im Sommer teilweise komplett austrocknen. Wir sind dann noch zum Mirror Lake gewandert, der seinem Namen alle Ehre macht. Wie ein Spiegel! Tja, und da wir der Meinung waren, dass wir auf der anderen Flussseite zurück gehen müssten, es aber keine Brücke gab, machte der Gigolo mal den Versuch, den maximal 30cm tiefen Bach über einige Steine zu überqueren. Beim vierten Anlauf klappte es, und dann war ich dran. Kurz vor Erreichen des anderen Ufers musste ich natürlich von einem der Steine abrutschen und mit einem Bein und einem Arm im Wasser landen. Zur Temperatur: Am Ufer lag Schnee. Eigentlich wäre es wohl angezeigt gewesen, jetzt ins Hotel zu fahren und ein heißes Bad zu nehmen, aber ich wollte noch unbedingt die Mammutbäume (auch bekannt als Sequoias) sehen. Und da der Gigolo buchstäblich sein letztes Hemd (bzw. seinen letzten Socken) für mich gab, konnte es auch irgendwie weitergehen. Gesagt – getan. Latsch, latsch, latsch mit einem triefenden Schuh. Klasse! Aber es hat sich sowas von gelohnt! Man geht also in dieses Tal, in dem die paar Bäume sein sollen, und man fragt sich nach jeder Ecke, ob die denn noch kommen, oder ob man sie vielleicht übersehen hat. Und dann – man fühlt sich wie in Jurassic Park – tauchen sie plötzlich wie aus einer anderen Welt auf. 100 Meter hoch, unglaublich breit und einfach nur imposant. Für mich absolut unvergesslich!

Für den Gigolo übrigens auch. Am Abend meinte er zu mir: „Ein richtig toller Tag. Und das Beste war, dass Du ins Wasser gefallen bist!“ Und das sagt er heute noch.

 Fortsetzung folgt

Wieder auf „Hochzeitsreise“: Diesmal Thorn/Torun, Polen

Juli 16, 2007

Vor drei Jahren war ich ja zum Studium in Krakau, und dort habe ich nicht nur den Gigolo und die Friddrisch, sondern auch Christine, Eva, Markus und viele andere kennen gelernt. Und weil diese Stadt ein ganz besonderes Flair hat, hat sich dort zusammen getan, was zusammen passte: der Gigolo und ich, weil wir beide klein sind und im März Geburtstag haben, Eva und Markus, weil sie beide süddeutsch und ganz gemütlich sind. Die letztgenannten haben dann auch ein ordentliches Tempo vorgelegt und noch 2006 kurz vor Tore- bzw. Steuerschluss ihren Familienstand verbunden. Letztes Wochenende wurde dann kirchlich ökumenisch in Thorn im Herzen Polens geheiratet, in der Heimatstadt der Braut.

Die Entscheidung, dass wir fahren, fiel rasch, nur die genauen Modalitäten entschieden sich erst spät. Zufällig wurde uns bekannt, dass Freundinnen der Braut mit den Auto über Cottbus fahren würden, und so entschlossen Gigolo und Susi, einen Abend mit den dort ansässigen Freunden und Bier zu verbringen, um dann mit den Mädels und der Friddrisch die letzten 350 km (=5-6 Stunden) zu fahren. Die Chauffeurinnen kamen dann auch zum Treffpunkt, und ein Suzuki Swift sieht aus der Nähe noch kleiner aus, als er sich anhört. Es passen aber trotzdem 5 Leute rein, von denen keiner breiter als 42 cm (hat die Friddrisch ausgemessen) ist. Melli Pirelli und 5th-Gear-Britta (ihres Zeichens Windschattenfahrerinnen und Kofferraumansaugerinnen) haben dann auf dem Asphalt alles gegeben und uns ohne Zweifel auf dem schnellsten Weg mit Assistenz von TomTom zur Hochzeitsvorfeier gebracht, die zu meiner großen Begeisterung mit Pirogi ruskie begangen wurde. Lecker!

Am nächsten Tag, Samstag, gab es eine kleine Stadtführung mit Thorns berühmtesten Bürger: Nikolaus Kopernikus. War alles sehr interessant, Thorn ist eine Reise wert! Hat was von Krakau in Kleinformat. Die Zeremonie am Nachmittag in der Kirche war auch sehr schön – halb katholisch, halb evangelisch, halb polnisch, halb deutsch. Und abends auf der Party ging es dann richtig los. Auf einer polnischen Hochzeit spielt das Essen eine große Rolle. Laut Speisekarte wurden uns bis 3 Uhr schlappe 7 Gänge angeboten, von denen ich alledings die meisten ausgelassen habe. Von den ca. 110 Gästen war die Hälfte aus Deutschland gekommen, und ich hatte meine helle Freude daran, einigen Mittdreißigern bei der Balz um die wenigen Damen ohne Begleitung zuzusehen, im Regelfall übrigens ohne nennenswerte Erfolge. Die Stimmung war toll, die Gäste waren nett, das Wetter war gut, und auch Christine war da, die man ja leider auch nur alle Jubeljahre mal zu sehen bekommen kann. Das Brautpaar sah klasse aus und machte einen überaus entspannten Eindruck – hat man ja selten! Alles in allem ein total gelungenes Fest, das für mich und den Gigolo nur davon überschattet wurde, dass uns die ca. 11stündige Heimfahrt am nächsten Tag etwas im Nacken saß, so dass man sich beim Wodka etwas zurückhalten musste und auch nicht wie die Friddrisch mit dem Brautpaar feiern konnte, bis der Bäcker kam.

Ich wäre so gerne ein paar Tage länger dort geblieben, denn Thorn ist wirklich schön und erinnert mich so an Krakau. Aber man kann ja nicht alles haben – irgendwas ist immer. Am Sonntag stellte der Gigolo dann einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf und beamte uns in 5 Stunden von CB nach WHV.

Die Scheil

Filmbesprechung: Harry Potter und der Orden des Phönix

Juli 11, 2007

Ich sag’s gleich vorweg: Wer den Film noch sehen möchte und sich inhaltlich überraschen lassen will (hat tatsächlich jemand das Buch nicht gelesen?), der sollte sich mal direkt und gepflegt wegklicken.

Für alle anderen: Ich komme gerade aus dem Kino und kann über den neuesten Potter eigentlich nur gutes berichten! Natürlich ist inhaltlich mal wieder etliches hinten rüber gefallen, beispielsweise das kleine aber feine Detail, dass Neville Longbottom theoretisch auch der Auserwählte hätte sein können. Auch meine Lieblingsszene aus dem Buch, als Prof. McGonagall während der auf dem Astronomieturm stattfindenden Abschlussprüfung quasi vor den Augen der Schüler fast zu Tode gehext wird, hat leider keinen Eingang in den Film gefunden.

Das absolute Sahnestück: Dolores Umbridge. Zuerst dachte ich so, die sieht ja gar nicht wie eine Kröte aus, aber es ist noch viel schlimmer: Sie lächelt ständig, wie meine alte Geschichtslehrerin! Ansonsten fühlt man sich während der ersten Hälfte an „Momo“ und die schwarzen Herren erinnert. Fast die gesamte zweite Hälfte spielt im Zaubereiministerium, und da geht es richtig zur Sache. Bellatrix Lestrange kommt etwas wie eine abgehalfterte Prostituierte daher, aber was will man nach Jahren in Askaban schon erwarten? Das Gefängnis ist übrigens mal kurz zu sehen – super! Der Brunnen erwacht zwar nicht zum Leben, aber auch so knallt es gewaltig im Atrium. Das ganze Ministerium (besonders die Mysteriumsabteilung) ist optisch sehr gut geworden. Einige Elemente beim Kampf erinnern etwas an die Mumie und sehen auch genauso klasse aus.

Die Thestrale fand ich sehr gelungen. Ich hätte es aber schön gefunden, wenn man den Ritt auch mal aus der Perspektive derer gezeigt hätte, die sie nicht sehen können. Besser als im Buch fand ich Sirius‘ Tod umgesetzt. Während er im Buch ja quasi im Durcheinander des Kampfes durch den Vorhang fällt und Harry vergeblich darauf wartet, dass er wieder auftaucht, wird er im Film ganz direkt vor aller Augen umgebracht.

An anderer Stelle wurde bemängelt, der Film gehe zu wenig auf die Charaktere ein, und das finde ich irgendwie auch. Im Buch präsentiert sich Harry dem Leser als absoluter Unsympath, der sich, seinen Freunden und dem Leser auf den Geist geht. Das kommt im Film etwas zu kurz. Auch die Mini-Romanze mit Cho Chang beschränkt sich im wesentlichen auf eine Szene.

Trotz der angeführten Mängel habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, und ich freue mich schon auf den Tag, an dem der Film in der Originalversion im Kinoplex läuft. Denn: Da simmer dabei!

 Die Scheil

P.S.: Einen weiteren Vorteil hatte dieser Kinobesuch: Ich habe zum ersten Mal die Plakate für „Die drei ??? und das Geheimnis der Geisterinsel“ gesehen – natürlich ein absolutes Muss!

Die Dr3i und der kopflose Reiter – Warten auf Godot

Juli 5, 2007

Liebe Hörspielfreunde, wir wissen es längst: Wir sind die geduldigste aller Fangemeinden. Vor einem Monat sollten „Die Dr3i und der kopflose Reiter“ erscheinen, und dann vertröstet man uns wieder ohne eine greifbare Begründung.

Interessant ist, dass einige Exemplare dieser Aufnahme wohl doch ihren Weg auf den Markt gefunden haben. So berichten einige alte Recken der Community von mehr oder weniger versehentlichen Lieferungen in die Schweiz, von denen man was abgefettet hätte. Die Folge sei auch außergewöhnlich gut, so dass auch ich mein Glück im world wide web versucht habe und bei libri.de zum doppelten Marktpreis eine CD bestellt habe. Voraussichtlicher Liefertermin: 4.7. Heute ist ja nun schon der 5.7., und die Post ist schon durch, aber keine Dr3i sind da.

Schade schade, da muss ich mich wohl noch etwas gedulden und hoffe, dass es nicht wie im zitierten Stück von Beckett ausgeht: Warten auf jemanden, der nie kommt.

In diesem Sinne,

 Mihai Eftimin (d.J.) a.k.a. Estragon

Rubrik Reisebericht – USA, Teil III: On the road again (unterwegs)

Juli 4, 2007

Fahren unterwegs. Autofahren in den USA macht richtig Spaß! In den Ortschaften sind die Straßen recht großzügig angelegt, und die Beschilderung ist extra groß für Idioten wie mich. An vielen Kreuzungen stehen an jeder Seite Stoppschilder, und wer zuerst kommt, der fährt auch zuerst. Funktioniert! Die Ampeln hängen zumeist an der anderen Seite der Straße, daran muss man sich gewöhnen. Auf den High- und Freeways fährt es sich ebenfalls schön easy. Außerhalb gibt es kaum Verkehr, und die Straßen sind mit Himmelrichtungen markiert (Beispiel Highway 1 north), was mir persönlich die Orientierung sehr erleichert hat! 🙂 In der Nähe der großen Städte wird der Highway dann zur Ameisenstraße. Alles scheint auf den Beinen zu sein, und man sollte die rechte Spur tunlichst meiden. Im Stadtgebiet folgen Aus- und Auffahrten Schlag auf Schlag, so dass man da nur im Weg sein kann. Statt dessen sollte man die Fahrgemeinschaftsspur ganz links nutzen, die neulich bei „King of Queens“ sehr zutreffend angepriesen wurde. Da hat man wirklich seine Ruhe. Allerdings sollte man sie wirklich nur benutzen, wenn man die erforderliche Anzahl von Mitfahrern hat. Die gefürchtete Highway Patrol taucht gerne wie im Fernsehen buchstäblich aus dem Nichts aus einer Staubwolke vom Straßenrand auf. Das übliche Gejammer wegen der niedrigen Geschwindigkeiten kann ich nicht so nachvollziehen, 75 Meilen sind immerhin auch etwa 120 km, und damit kommt man schön gemütlich durchs Land. Man tankt übrigens Gallonen, und der Benzinpreis ist etwa halb so billig wie derzeit bei uns. Mindestens die Hälfte der Leute fährt Geländewagen.

Umweltschutz wird in Kalifornien ganz groß geschrieben. Wer Müll auf den Highway wirft, muss laut Beschilderung damit rechnen, mit einer Strafe von bis zu 1.000 $ überzogen zu werden. Das muss man im Kasino erstmal wieder reinspielen! 🙂

Öffentliche Toiletten sind in den USA ganz erstaunlich sauber. Nicht, dass ich das den Amis nicht zugetraut hätte, aber ich bin ja nun auch schon ein bisschen rumgekommen und habe so einen Standard noch nirgends gesehen. Was die Damen freuen wird: Man benutzt überall Papierauflagen für den Toilettensitz.

Schlafen unterwegs. Zumindest im Winter braucht man sich außerhalb der großen Sehenswürdigkeiten oder der Einöde keine Sorgen darüber machen, dass man im Auto nächtigen müsste. Motels gibt es immer wieder auf der Strecke, und wer sein Geld lieber anders als in Übernachtungen investieren möchte, dem lege ich mal die Kette „Motel 6“ ans Herz. Die Zimmer sind sauer und – wie sagt man so schön? – zweckmäßig. Wer wirklich nur übernachten will, für den ist ein Motel 6 genau das richtige. Die Preise variieren von Ort zu Ort, und wir haben für das Zimmer zwischen 40 und 90 $ bezahlt. Wenn man in den USA ein Doppelzimmer bucht, so wird man übrigens meist gefragt, ob man ein Kingsize-Bett oder zwei Queen-Betten haben möchte. Das Kingsize-Bett ist geschätzte 160 cm breit, die Queenbetten etwa 120 cm. Wir haben dann immer die Queen-Betten genommen, weil dadurch die eh schon großzügigen Zimmer noch größer geworden sind und wir schön Platz für das viele Gepäck hatten.

Essen unterwegs. Ebenfalls kein Problem. Kleine Fast-Food-Dörfer gibt es in regelmäßigen Abständen an jedem Highway. Das ist dann nicht ganz so wie bei uns auf dem Autohof, sondern etwas extremer. Meistens sind da mindestens 4 verschiedene Schnellrestaurants mehr oder weniger auf einem Haufen, dazu vielleicht noch eine Tanke, ein Motel und eine Drogerie Marke „Walgreen’s“, wo man die schönen Produkte von „Samy from Miami“ güstig erstehen kann, aber dazu ein andermal. In manchen der Läden bekommt man durchaus auch normale Mahlzeiten, so dass es nicht immer Burger mit Pommes und Mayo sein muss. Erstaunlich: Wenn man an so einem Dorf vorbeifährt, riecht man das Essen! Eine schöne Erfindung: der die das „refill“ – Getränke werden oft nachgefüllt. Verstanden habe ich allerdings nicht, warum man dann manchmal für verschiedene Bechergrößen unterschiedliche Preise bezahlen muss. Und zumindest bei „Deny’s“ wird einem noch gerne ein Pott Eiswasser für unterwegs eingepackt. Überhaupt spielen Eiswürfel im Süd-Westen eine große Rolle, womit auch das ewige Rätsel entschlüsselt wäre, warum man bei McDonald’s in Deutschland immer ziemlich viele Eiswürfel auf ziemlich wenig Getränk bekommt. Auch das Frühstück wird ganz groß geschrieben. Eine normale Portion besteht beispielsweise aus zwei dicken Pfannkuchen mit Sirup und Butter, Speck, kleinen Würstchen und Bratkartoffeln. Da ist man dann erstmal satt. Ich glaube, wir haben an keinem Tag mehr als zwei Mahlzeiten zu uns genommen, weil uns das Frühstück immer ziemlich erschlagen hat.

Thema Getränke. Die Amis sind da absolut schmerzfrei. Die mischen offenbar allen Kram zusammen, der irgendwie flüssig ist und nach Zucker oder Zahlpasta riecht. Der Gipfel des Ekels: Cherry Coke vanilla, igitt, aus Versehen gekauft! Vielleicht kann Mr. B.K. uns ja mal die Vorzüge von Root Beer erklären…

Fortsetzung folgt

Event: Wochenende an der Jade

Juli 2, 2007

So, neulich war es endlich soweit. Das große Wochenende an der Jade hat ganz Wilhelmshaven in Aufruhr versetzt. Laut Einwohnerschaft das beste Wochenende des Jahres, da durfte man gespannt sein.

Da der Gigolo sich mal wieder auf Lehrgängen herumtrieb, kam die Cottbuser Kartenprominenz zu Besuch. Nicht-Frittenbuden-Inhaber und Computerfachmann für alle Fälle B.K. nebst Herzdame P.H. reisten mit dem Fehrmann und Frau Friddrisch an. Ich hatte ja so meine Bedenken, da das Wetter in den letzten Tagen doch bardzo norddeutsch war, und es wäre schon ziemlich blöd gewesen, wenn der Besuch nach 600 km Fahrt lediglich den Regen aus einem unserer Fenster hätte genießen können. Aber es klappt doch immer wieder. Wenn man gutes Wetter braucht, dann kommt es auch (Ausnahme: 21.6., da regnet es wirklich immer).

Und so marschierten wir vom Bahnhof ins Marinearsenal, wo wir sogar die passende Fregatte „Brandenburg“ von außen und innen bewundern konnten. Daneben gab es Musik jeglicher Richtung, und zum ersten Mal wurde mir klar, was Dieter Bohlen immer meint, wenn er sagt, man müsse nicht nur die Töne treffen, sondern auch Gefühl in der Stimme haben. Ein Gang über die 100jährge Kaiser-Wilhelm-Brücke durfte natürlich nicht fehlen. Und dann der Schock: „Bitte verlassen Sie die Brücke, sie wird in Kürze geöffnet.“ Häh? Geöffnet? Das wusste ich ja gar nicht! Jedenfalls durfte ich erfahren, dass die Brücke in der Mitte geteilt ist und die Pfeiler bei Bedarf auseinander schwingen. Und da gerade ein beachtlicher Viermaster („Ick heff mol in Hamborg…“) nebst zwei Schleppern einschwebte, musste die Brücke natürlich weg. Was für ein Schauspiel! Stichwort Schauspiel: Laut Hobby-Seebär Fehrmann hat dieses Schiff schon eine Hollywood-Karriere hinter sich.

Dann ging es weiter Richtung Bontekai, wo wir uns nach einer Fahrt im Riesenrad und diversen Schnörzeleien für den Magen auf den Deich mit Blick auf die Hauptbühne gehauen haben. Danach noch einmal an den Südstrand, wo sich sogar das Meer die Ehre gegeben hat. Und wie wir da so eisessend saßen, kam ein Jungesell(inn)enabschied vorbei. Die Männer mit dem Bräutigam, die Frauen mit der Dame. Und ich kenne ja eigentlich nur eine Person in Whv, nämlich Claudia F. aus Stuhr. Die war besagte Braut! Ein paar Leute vom Gefolge kannte ich auch, so dass man sich gleich ganz heimisch gefühlt hat. Ich ließ mich sogar zu einem „An der Nordseeküste“ hinreißen!  Dann sind wir noch durchs Hexendorf gelatscht und haben uns wieder in Richtung Butze mit Pizza im Gepäck aufgemacht.

Was niemand für möglich gehalten hätte: Am Ende des Tages hatten wir doch viel Sonne bekommen, so dass ich zwei Tage lang knallrot und schön warm im Gesicht war. Sogar ein paar weiße Truckerfalten zeichneten sich um meine Augen herum ab – man wird halt nicht jünger ! 🙂

Am Sonntag waren wir noch einmal kurz am richtigen Strand, und die Betonung liegt hier auf „kurz“, denn da holte uns doch das norddeutsche Wetter wieder ein. Trotzdem sind wir uns alle einig: Das war ein klasse Wochenende! Nochmals riesigen Dank an die Brandenburger und Hauptstädter für den Besuch! Man fühlte sich so gar nicht Brandenburg…

 Die Scheil

 P.S.: Fotos aus der Kamera des B.K. findet Ihr in Bernies Kommentar unten.