Thema der Woche: Das Frisurentheater

Heute ist der erste Tag seit mehr als 2 Monaten, an dem ich beim morgendlichen Blick in den Spiegel mal nicht innerlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen habe.

Wir schauen zurück auf das Jahr 2006. Ich, zu allem bereit, auf dem Friseurstuhl bei Udo Walz. Er: „Sie können ja alles tragen.“ Das hatte ich mir gemerkt, und da der Meister und seine Schergen trotz dieser Einschätzung an meiner Grundfrisur nicht viel verändert hatten, mir aber der Sinn nach etwas neuem stand, trabte ich am 02.02.2007 erneut zum Friseur, diesmal zum Salon „Weingartz“ meines Vertrauens, der von der Hälfte meiner Verwandtschaft geschmissen wird. Auch Tante I. war der Meinung, dass ich nach über 10 Jahren mit der gleichen Matte mal was anderes wagen könnte. Ich dachte so, ein modisch schräger Pony, das wäre doch was! Weit gefehlt – Tante I. gab sich alle Mühe, sie trägt keine Schuld, aber am Ende sah es irgendwie nicht so klasse aus, wie ich das bei vielen anderen gesehen hatte. Mein persönliches Entsetzen war groß, und so ließ ich den Pony gerade schneiden, was das Debakel nur unwesentlich verkleinerte.

Zuhause wurde ich dann mit einigem Spott begrüßt. Der Gigolo kam aus dem Kichern nicht mehr raus, mein Vater murmelte etwas von 80er-Revival, und meine Mutter konnte mich mit „Wieso? Ist doch gar nicht so schlimm“ nicht wirklich aufmuntern. Tatsächlich sah ich original aus wie Schlagersängerin Nicole anno 1982, nur ohne Rüschenbluse und Gitarre. Kollege B.K. (nicht verwandt oder verschwägert mit einer gewissen Frittenkette, obwohl…) hatte wohl als einziger den Mut, mir zu sagen, dass der Schnitt echt nicht gut ist.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe zeigte sich erst nach der ersten Haarwäsche. Mein Pony dreht sich doch tatsächlich in alle Richtungen vom Kopf weg! Ich trage quasi ein Dach über meiner Stirn! Zum Glück fiel mir rasch die Lösung des Problems ein: Seit zwei Monaten stecke ich täglich meinen Pony mit ein paar Klammern auf dem Kopf fest, und dann sieht es gar nicht schlimm aus.

63 Tage „danach“ bin ich zum ersten Mal mit offenen Haaren ins Büro gegangen. Ich habe den Eindruck, dass es mittlerweile nicht mehr so schlimm ist. Vielleicht habe ich mich aber auch nur daran gewöhnt.

Ergebnis: Udo Walz ist widerlegt.

Die Scheil

3 Antworten to “Thema der Woche: Das Frisurentheater”

  1. B.K. Says:

    „obwohl…“

    Was heißt denn hier „obwohl“? Ich bin fest in der Hand von Wendy’s!

  2. Gesa Says:

    …ich frage mich gerade, ob mein comment eigentlich immer was mit dem Thema zu tun haben muss… ?? Ich war nämlich am Samstag in Wilhelmahaven und habe an dich gedacht und das fand ich viel interessanter als dein Haartheater. Liebe Grüße Gesa

  3. scheiloranch Says:

    Aaarrrgh, Gesa!!! Ich war auch in Wilhelmshaven! Deine sms habe ich leider zu spät gelesen, denn wir haben den halben Nachmittag und Abend bei unserem neuen Vermieter verbracht. Morgen gehe ich wieder auf große Reise in Richtung Nordsee, und um Himmelfahrt ziehe ich dann endgültig um.

    Gruß, Susi

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