Wild Girls – In High Heels durch Afrika

Juli 12, 2013

Ich geb’s zu. Ich hab’s gesehen. Von der ersten bis zur letzten Minute. Aber ich habe es für Euch getan. Damit Ihr es nicht sehen müsst. Außerdem war ich allein, und keiner hat angerufen und mich vom Fernsehen abgehalten. Tja, kein Schwein ruft mich an.

Ich hab’s also gesehen, wie gesagt. Ich hatte den größten Trash des Jahrhunderts erwartet. Sowas wie Frauentausch im Big Brother Container mit den Geissens und den Katzenbergers in den Hauptrollen. Aber vielleicht habe ich da auch falsche Vorstellungen. Diese Leute kenne ich nämlich eigentlich gar nicht. Wenn die auftauchen, schaffe ich es immer umzuschalten.

Jedenfalls ist Wild Girls – In High Heels durch Afrika natürlich auf Krawall und Klischees gebürstet bzw. gebrüstet. Da gibt es 12 „Glamour-Girls“, die total authentisch auf den höchsten Absätzen wo gibt aus einem Flugzeug mitten in die Wüste stolpern, um dort ein bedauernswertes Nomadenvolk zu Protagonisten von Privatfernsehens neuester Schmierenkomödie zu machen. Echt, die armen Leute. Hat man sich eigentlich bei RTL mal Gedanken darüber gemacht, wie das bei denen ankommt?

Wie dem auch sei. Von den Glamour-Tanten kenne ich ungefähr die Hälfte, und das will was heißen. Ich kenn sie nämlich eigentlich alle. Es lässt aber auch tief blicken, wenn über etwa zehn Minuten die Trullas vorgestellt werden müssen. Die Präsentation von Barbara Herzsprung war ja geradezu entlarvend: „Ich war 30 Jahre mit einem deutschen Schauspieler verheiratet.“ Aha. Mehr gab es da nicht zu sagen. Die Frau weiß wenigstens, wo sie hingehört. Ganz im Gegensatz zu Sarah Knappik, die wohl als Einzige nicht durchschaut hat, dass sie bei Heidi Klums Topfmodellen nur deshalb so weit gekommen ist, weil es in jeder Staffel eine geben muss, bei der man sich fragt, wieso um alles in der Welt die in der Runde der letzten 10 dabei ist. Die hat doch nun wirklich mit einem Model nichts gemein. Aber eines habe ich Mittwoch von ihr gelernt: „Es gibt nur eine Sarah K.“ Gott sei’s gelobt. Wie sie auf die wahnwitzige Idee kommt, eine andere Wild-Girls-Teilnehmerin würde sie kopieren? Das würde doch keiner freiwillig machen.

Und dann gibt es da noch die unvermeidlichen „Schönheits“operierten mit Schlauchbootlippen und Oberweiten, die sich mutmaßlich umgekehrt proportional zur Masse des Gehirnschmalzes entwickelt haben. Frau eines Bordellbesitzers. Womit man nicht heute alles punkten kann.

Die positive Überraschung des Abends: Conchita Wurst! Ein netter junger Mann. Trotz seiner Maskerade erfrischend unauffällig und sogar irgendwie normal. Besitzt sogar interkulturelle Kompetenz.

Zu Ausschreitungen kam es in der ersten Folge noch nicht, und überhaupt war alles irgendwie nicht so interessant. Die Konflikte der kommenden Wochen sind ziemlich plump vorbereitet, und das Gezicke der Damen will langsam auch keiner mehr sehen.

Ich auch nicht, weshalb ich nicht mehr einschalte. Komme, was da wolle.

Die Scheil, die noch positiv vermerken muss, dass Kader Loth endlich so alt ist, wie sie schon lange aussieht

…und es war Sommer

Juli 4, 2013

Ich gestern in der Öffentlichkeit. Plötzlich von einer Hecke etwa 100 Meter entfernt: „Hallo!“ Ich natürlich bardzo norddeutsch und sage mal nichts. Da könnte ja jeder kommen. Und wieder: „Hallo!“ Nun gut, da musste ich dann mal sehen, ob ich nicht vielleicht doch gemeint sein könnte. Und tatsächlich! Da schaute doch über die Hecke ein männliches Geschöpf zu mir rüber. Kenn ich nich. Was will der wohl? Wegbeschreibung, Wetterbericht, Wachturm? Naja, was soll man machen. Ich also auch: „Hallo.“ Und der Geschopf macht weiter. „Du gefällst mir.“ Bitte was? Ich in Anbetracht der Situation: „Cool!“ Der Geschopf dazu: „Du bist heiß!“ Äh, nun gut. Ich gebe die Spröde, die Unnahbare, und antworte schlicht in Anbetracht des Wetters: „Ja, es ist ja auch heute ganz schön warm.“ Und drehe mich auf dem Absatz um, lasse den Geschopf an der Hecke zurück…

… und habe in Anbetracht des Alters des Geschopfs ein nettes Liedl auf den Lippen. Frei nach Peter Maffay: „Tralalala, iu-iu-iu, er war knapp 10 und ich 37…“

Im falschen Film: Schneewittchen muss sterben

Februar 26, 2013

Hat man das gesehen? Gestern Abend lief die Verfilmung von Nele Neuhaus‘ Bestseller-Krimi „Schneewittchen muss sterben“. Moment, kleine Korrektur: Das war keine Buchverfilmung, war es wirklich nicht, sondern ein Film „nach Motiven von Nele Neuhaus“. Ja, das trifft es wohl ganz gut.

Da ich vor einiger Zeit das Buch gelesen und für sehr gut befunden habe – meiner Meinung nach aber nicht der beste Neuhaus – , harrte ich der Verfilmung mit Spannung. Und bin doch etwas verwirrt ob der Quetschung der Vorlage. Erinnerte alles ein bisschen an die Drei ???-Verfilmungen, in denen sich der Zusammenhang zu den Büchern fast nur auf die Namen der Figuren beschränkt. Soll heißen: Wer „Schneewittchen muss sterben“ nur im Fernsehen gesehen hat, sollte sich ruhig mal das Buch reintun und ganz gespannt sein, was da los ist.

Zum Beispiel:

* gibt es außer Schneewittchen noch ein zweites Mädchen, dass Tobias Sartorius auf dem Gewissen haben soll

* wurde Tobias Sartorius von seinen Freunden verraten und verkauft

* wurde Schneewittchen von jemand ganz anderem umgebracht!

Ob der Film eigentlich an sich gut war, kann ich gar nicht so beurteilen. Ich war die ganze Zeit damit beschäftigt, überzeugende Bezüge zur Vorlage zu suchen. Weitgehend ohne Erfolg. Natürlich fällt bei einer Romanverfilmung immer einiges weg, aber wenn man hinterher die Geschichte kaum wiedererkennt, muss man sich doch fragen, ob das eigentlich sein muss. Da wird dann mit einem bekannten Titel geworben, man schaut sich’s an und fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes IM FALSCHEN FILM.

Nee, ich finde, das hätte man lassen sollen!

Die Scheil, die neugierig und skeptisch zugleich auf die Verfilmung von „Eine unbeliebte Frau“ wartet

EHEC in der Lindenstraße

Februar 16, 2013

Du ahnst es nicht. Da verpasst man mal zwei Folgen, und was ist los? Ein neuer Kahlschlag in der Lindenstraße!

Natürlich deutete sich dem Zuschauer bereits das Unheil an, als Elena „Beate! Mein Sohn bleibt Grieche!“ Sarikakis den Feldsalat nicht ordentlich wusch. Und als Angelina „demnächst Dressler“ Buchstab beim Verzehr eben jenes Salates bemerkte, sie habe Sand im Mund.

Und was nun? EHEC! Die halbe Straße ist erkrankt, denn den Salat gab es natürlich auf einer dieser zweifelhaften Parties, zu denen die ganze Nachbarschaft eingeladen war. Im Akropolis. Mal ehrlich, wer würde denn ernsthaft das Akropolis für eine „lockere Party“ in Erwägung ziehen? Das einzig lockere an dem Laden ist doch, dass da jeder zu Fuß nach Hause taumeln kann. Die Strafe indes folgt auf dem Fuße: EHEC, wie gesagt.

Und was muss man da nun erleben? Conny „Ich verprügel meinen Mann“ Sperling wurde auf diese Weise elegant nach nur wenigen Folgen entsorgt. Aber Josi? Musste das denn sein? Dieses elfenhafte Wesen mit der zitronenquakigen Stimme, die ein echter Blickfang war? Ins Gras gebissen, und dabei nicht mal zuvor in den Salat. Wie soll der mutmaßliche Krankheitsüberträger Ehemann Alex das nur je verwinden?

Und dann ist da natürlich noch Hahahajo Scholz. Verwittwet, vor kurzem noch lebensmüde, aufgrund einer Nierentransplantation gesundheitlich eh anfällig. Nun liegt er mit Organversagen im Koma. Hier braut sich eine neue schwierige Geschichte um Angelina „Ich will doch bloß Euer Geld, lasst mich doch in Ruhe“ Buchstab an, die als Hajos Stieftochter Walterin der Patientenverfügung ist. Die arme Frau wird wohl demnächst entscheiden dürfen, ob man Hajo den Saft abdreht. Damit Schauspieler Knut Hinz in den wohlverdienten Ruhestand gehen kann, sollte sie in diesem Sinne verfügen. Und dann unter dem Eindruck der Ereignisse die Adoption durch Lu Dressler ablehnen.

Und was wird aus Vasily und seiner schlampigen Wirtschaft? Vermutlich wird der Laden auf ewig geschlossen, Elena geht zurück nach Griechenland, und Vasily will mit Sandra auch mit. Und da rächt sich der unbändige Kinderwunsch: Schließlich haben Vasily und Sandra von Leihmutter Jack die kleine Emma austragen lassen. Ob Sorgerechtsmitinhaberin Jack einem Umzug nach Griechenland zustimmen kann? Und: Vasily ist kein Grieche mehr. Um dort bleiben zu können, braucht er wohl einen Job. Vielleicht als Gastwirt?

fragt sich

die Scheil

Vorsicht, Wildwechsel! Oder: Deine braunen Augen machen mich so sentimental.

Juni 18, 2012

… am sechsten Tage starb das Reh.

Wenn man Leute mit Wildunfallerfahrung fragt, wie sich der Vorfall zugetragen habe, dann bekommt man in der Regel eine dieser zwei Antworten:

Antwort 1: „Plötzlich lief das Viech wie aus dem Nichts über die Fahrbahn.“

Antwort 2: „Urplötzlich stand das Viech wie aus dem Nichts auf der Fahrbahn.“

Jedenfalls waren wir mal wieder auf Ostentour. Dort wollten wir einen Feiertag und noch ein paar Brückentage verbringen. Der Gigolo, M.A., ich und erstmals auch Lew-Easy. Total gewieft traten wir die Reise noch am Vortag des Feiertages an. Ähnliche Gerissenheit mussten wir allerdings annähernd der halben Republik attestieren. Der Herr selbstverständlich am Steuer, wir drei Damen vom Grill auf den billigen Plätzen. Ein echter Vorzug des Dacia Duster: Ein Kindersitz, ein Maxi Cosy und eine Else mit Schwangerschaftsrestspeck passen nebeneinander auf die Rückbank!

Die zurückzulegende Strecke betrug etwa 470 km. Nach einem frühen Feierabend ging’s los. 445 km Strecke, 17 km Stau, 4 Pinkelpausen und 8 Stunden später war die Ostentour zur Ochsentour verkommen. Nun wähnten wir unser Ziel in nahezu fußläufiger Nähe, als der Ochs zum Reh wurde und folgendes passierte:

Urplötzlich stand das Viech wie aus dem Nichts auf der Fahrbahn! So zumindest meine Erinnerung. Mag sein, dass der Gigolo eher berichten würde, das Viech sei plötzlich aus dem Nichts über die Fahrbahn gelaufen. Jedenfalls rumpelte es gewaltig. Dem Gigolo und mir steckte der Schreck in den Knochen, aber keine Verletzung. M.A. und Lew-Easy hatten den Vorfall sogar quasi verschlafen. Der Gigolo stieg mit bedingt kleidsamer Warnweste aus und begutachtete im Dunkeln die Situation. Vom Reh keine Spur, und der Blechschaden am sechs Tage alten Kfz hielt sich wohl in Grenzen. Dann der Notruf – abgesetzt mit unterm Kinn klebenden Mobiltelefon, da sich der Aufbau des Warndreiecks mit einer Hand als übergroße Herausforderung entpuppte – : „Hallo Polizei? Wir haben ein Reh überfahren.“ – „Wo sind Sie denn?“ – „Auf der Landstraße nach C, irgendwo im Nirgendwo.“ – „Irgendwo im Nirgendwo? Aha, also ca. 400m vor der thüringischen Grenze. Die Kollegen fahren gleich los!“

Eine weitere Stunde später trafen die Freunde und Helfer ein, nahmen den Schaden auf und ließen uns passieren. Leider stellten sie auch fest, dass das Viech in die ewigen Jagdgründe eingegangen war. Und wir zogen von Dannen, um nach insgesamt 9 1/2 Stunden unser Ziel zu erreichen.

Ich denke, nächstes Mal fahren wir direkt am Feiertag, und zwar hin und auch gleich wieder zurück. Das kann ja kaum länger dauern.

Die Scheil

Friss meinen Staub – Sechs Tage mit dem Dacia Duster

Mai 31, 2012

Am ersten Tag genossen wir den Neuwagengeruch.

Am zweiten Tag wünschte man uns Allzeit heil’s Blechle.

Am dritten Tag lernte ich den Schrecken eines leeren Tanks und die Vorzüge eines vollen Zweittanks kennen.

Am vierten Tag rasteten wir.

Am fünften Tag begann für den weißen Riesen der Ernst des Lebens.

Am sechsten Tag starb das Reh.

                   Darüber wird noch zu berichten sein.

 

Scheilo (wie alle Insassen gänzlich unverletzt)

 

Scheiloranch proudly presents…

April 19, 2012

… Luisa!

To whom it may concern

April 27, 2011

Ich gratuliere Dir. Ich gratuliere Dir auf das Allerherzlichste. Da hast Du wirklich ein paar gute Stücke. Tadellos erhalten, mit dezent silbrigem Schimmer und den dekorativen vier Ringen.

Ich wünsche Dir viel Spaß mit den guten Stücken, viele schöne Touren und wunderbare Umdrehungen.

Und dennoch hege ich einen gewissen Groll gegen Dich. Ja, ich gebe zu, das ist noch untertrieben. In mir brodelt es. Mein einziger Trost ist, dass Du gleich den kompletten Satz genommen hast und nicht nur ein sinnloses Exemplar. Auf diese Weise werden sie hoffentlich einer halbwegs sinnvollen Nutzung zugeführt und verschwinden nicht im nächsten Straßengraben.

In Gedanken habe ich die dekorativen vier Ringe wieder und wieder in Deine zwei Backen gebrannt.

Dass Du Dir ausgerechnet das heilige Osterfest ausgesucht hast, um Dir bei Nacht und Nebel unsere Radkappen unter den Nagel zu reißen, lässt meine Verachtung für Dich nur noch höher steigen.

DU AFFENARSCH!

Die Scheil

In eigener Sache

Dezember 1, 2010

A-ha!

November 15, 2010

„Waaaas? A-ha lösen sich auf? Aber ein Konzertbesuch bei denen steht doch auf meiner To-Do-Liste! Wie soll ich das denn noch schaffen? Machen die noch eine Tour? Was bleibt mir sonst? Crying in the rain?“ Dieser Katzenjammer ereilte mich letztes Jahr. Also echt, da hält man den Jungs über Jahrzehnte die Stange, und nun gehen die in Ruhestand!

Aber, unverhofft kommt oft (unerträglich fast täglich): Da lagen doch unter dem Weihnachtsbaum zwei Konzertkarten für mich! Abschiedstournee! Nanu, Innenraum, Reihe 5, Platz 3 und 4. Sitzplätze im Innenraum? Wir werden sehen.

Und dann neulich. Der Gigolo und ich ab nach Hamburg in die Color Line Arena. Verständlicherweise staute sich der Verkehr bereits 4,8 km vor der Halle, noch auf der Autobahn. Über 3,5 km haben wir uns im Schneckentempo über die Straßen bewegt, bis wir schlicht in eine Nebenstraße abgebogen sind, den Wagen stehengelassen und uns per pedes durchgeschlagen haben.

Ankunft Color Line Arena: 20:20 Uhr. Das muss reichen! Und dann: Seichtes Geklimper dringt aus dem Saal – oh nein! Haben die etwa schon angefangen? Weit gefehlt, der Vormusikant war’s. Dann nix wie ab auf die Plätze. Tatsächlich alles bestuhlt! Mr. GM (der mit den Milben tanzt) und das Ninchen ohne K waren wohl auch da, aber gesehen haben wir uns nicht.

Ca. 20 Minuten später. Indifferentes Licht und Gedudel. Hmm, was mag das nur werden? Das Gedudel verdichtet sich zu „The sun always shines on TV“. Und tatsächlich: Wie aus dem Nichts erklingt die glockenklare Stimme von Morten („Touch me“), meiner ersten kleinen Liebe, und alles steht auf. Der Frontmann kann sich noch immer sehen lassen. Über den Abend verteilt schmetterten die drei Norweger nahezu sämtliche Hits in feinster Qualität. Echt, man hätte fast die CD dazu laufen lassen können. Keine verlängerten Enden, keine Soli, nix überraschendes. Aber das braucht der A-ha-Fan auch nicht. Wer zu einem solchen Konzert geht, der weiß, dass man keine Rampensäue zu erwarten hat, sondern einen Abend mit einfach wunderschöner Musik.

Ach ja, und deutsche Sprache gab es auch noch. „Wir sind A-ha, aber das hatten Sie schon gewusst.“ Und dann die Vorstellung der Zusatzmusiker. „These two guys, diese zwei Knaben…“.

Dass ich das noch erleben durfte! Ein Hoch auf den, der die besten Geschenke macht!

Die Scheil