Leute, was für ein denkwürdiger Samstag! Eigentlich hätte ich schon am Nachmittag merken müssen, dass mit dem Tag etwas nicht stimmt, als ein Vogel auf meine letzte saubere Jeans gekackt hat.
Am Abend dann der Grand Prix. Inspiriert von unserem San Francisco-Aufenthalt haben wir mit sieben Leuten ein Fondue veranstaltet, Käse und Fleisch. Eigentlich war auch noch Schokolade geplant, aber Käse- und Schokoladenbeauftragter B.K. (der ohne die Pommeskette) hatte die Schokolade zuhause vergessen.
Was dann musikalisch dargeboten wurde, war vor allem im Vergleich zu früheren Jahren im Schnitt nicht so schlecht. Es gab Boygroup-Pop, Transenklamauk, melodisches und düsteres. Schon ziemlich zu Beginn hatte ich für mich persönlich den letzten Platz ausgemacht. Die Iren oder auch Irländer traten mit total versemmelter Folklore an, da war nichts mehr zu retten, und das war nicht zu unterbieten. Dieser Eindruck hielt sich bei mir bis zu dem Moment, an dem die Serben angetreten sind. Bei uns auf dem Sofa wurde erst mal diskutiert, welchen Geschlechts denn die Person auf der Bühne wohl sein könnte. „Es“ (nicht zu verwechseln mit einem Mitglied der Uni-Prominenz J ) entpuppte sich als Dame ohne jegliche Attribute der Weiblichkeit. Klischeehafterweise stellte sich heraus, dass Männer beiwohnungstechnisch bei ihr keinen Stich sehen. Das Lied ging überhaupt nicht in mein Ohr, so dass ich es bereits beim nächsten Beitrag vergessen hatte. Das einzige, woran ich mich noch heute erinnere, ist die Fönfrisur einer Backgroundsängerin. Alles in allem war die ganze Darbietung für mich derart nichtssagend, dass ich die zu meiner größten Überraschung 22jährige Interpretin fortan ganz hinten auf meine Liste setzte.
Irgendwann gegen Mitternacht kam dann der Moment, an dem die Kuh das Wasser lassen musste. Unser Fondue-Tippspiel beinhaltete eine Prognose für die ersten fünf Plätze, die deutsche Platzierung sowie den letzten Platz. Und es stellte sich heraus, dass ich Europa völlig falsch eingeschätzt hatte. Ich hatte Moldawien als Gewinner auserkoren, aber die landeten leider nur auf Platz 10. Auch meine weiteren Top 5 Schweden (12), Finnland (17) Ungarn (9) und Griechenland (7) brachten mich nicht einmal in die Nähe des Spielgewinns. Im Gegenteil: Da ich den tatsächlichen Gewinner auf den letzten Platz getippt hatte, bekam ich Strafpunkte und habe wohl insgesamt mit -2 Punkten am schlechtesten abgeschnitten. Roger Cicero, der alles gegeben hat und sich nichts vorzuwerfen hat, hatte ich auf 12 gesehen. Schade, ein paar Punkte mehr hätte er schon verdient.
Die Siegerin meinte übrigens später auf der Pressekonferenz, sie hätte allein durch ihre Stimme gewonnen. Das stimme ich ihr uneingeschränkt zu: Mehr hatte ihr Beitrag auch nicht zu bieten. Ich kann mir echt nicht erklären, warum für dieses Lied auch nur einer angerufen hat. Mit der üblichen Ostblock-Verschwörungstheorie ist es hier nicht getan – schließlich hat sie von fast jedem Land einen ganzen Sack voll Punkte bekommen.
Einzig in Bezug auf Irland lag ich nicht völlig daneben – bekanntlich belegten sie den letzten Platz.
völlig verwirrt
Die Scheil
Mai 24, 2007 um 5:46 |
Und ich sage doch, es war eine Ostblockverschwörung! Die komletten Warschauer Pakt – Staaten, die sich nach 1989 vergleichbar einer Zellteilung zu Hauf vermehrten und nun in Europa quantitativ den (bisweilen recht schiefen) Ton angeben, haben zahlreiche Agenten als vermeintlich politisch Verfolgte in den Westen geschleust, flux Telefone beantragt (das geht ja in der freien Welt sogar ohne Wartezeit) und dies alles einzig und allein mit dem Ziel, bei Grand Prix Eurovision die Mehrheit der Stimmen auf sich zu vereinen. Ich sag`s euch: Litwinenko wollte genau das aufdecken. Wir sollten seiner gedenken…